Missio-Präsident: EU-Staaten müssen Flüchtlingen helfen

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  • Asyl - 04.03.2020

Der Präsident von Missio München, Wolfgang Huber, hat angesichts der Situation der Flüchtlinge an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland eine schnelle europäische Lösung angemahnt.

"Es ist eine Schande, dass Regierungen das Leid Millionen verzweifelter Menschen als diplomatisches Druckmittel benutzen", erklärte der Chef des katholischen internationalen Missionswerks in München. Zugleich sprach er von einem traurigen Ergebnis "höchst umstrittener finanzieller Deals", die die Europäische Union (EU) mit sogenannten Migrationspartnerschaften eingegangen sei.

Die EU-Staaten müssten jetzt über Kontingente sprechen und Menschen aufnehmen, fordert der Missio-Chef. Europa mache sich mitschuldig, wenn Familien bei Kälte und Regen im Grenzgebiet ausharrten, ohne jede Perspektive. Huber erinnerte, dass weltweit neun von zehn Flüchtlingen in den Anrainerstaaten ihrer Herkunftsländer blieben. "Das gerät in Deutschland und Europa leider immer wieder in Vergessenheit, wenn Ängste schnellen und starken gemeinsamen Lösungen an den Grenzen Europas im Weg stehen." Grenzen noch schärfer zu sichern und Zäune noch höher zu bauen, sei keine Lösung. Die große, zu lösende Aufgabe sei, Fluchtursachen einzudämmen.

Dabei spiele die katholische Kirche mit ihrem weltumfassenden Netzwerk eine zentrale Rolle, so Huber. Das Hilfswerk in München mache sich mit Projektpartnern in Afrika und im Nahen Osten dafür stark, dass Menschen in ihren Herkunftsländern eine gute Zukunft hätten. So werde in Syrien nach dem Wiederaufbau die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen unterstützt. Im Irak setzten die Partner des Hilfswerks darauf, Schulen und Sportstätten wieder in Betrieb zu nehmen und starteten Projekte zu Friedens- und Versöhnungsarbeit. Im Libanon - dem Land mit, gemessen an seiner Bevölkerungszahl, weltweit den meisten Flüchtlingen - fördere Missio Schulprojekte.

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