Indonesien: Geistliche fordern internationale Intervention im Papua-Konflikt

  • Indonesien - 19.11.2021

Fast 200 katholische Priester in Papua fordern die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen zu einer aktiveren Rolle bei der Befriedung der gewaltgeplagten östlichsten Region Indonesiens auf. Die Zivilbevölkerung leide weiter massiv unter den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Rebellen der „nationalen Befreiungsarmee“, der Dachorganisation „Bewegung für ein freies Papua“ und der Armee, zitiert der asiatische Pressedienst Ucanews (Mittwoch) aus einem von 194 Diözesanpriestern und Ordensleuten unterzeichneten Appell.

„Überall wird auf Zivilisten geschossen. Es gibt kein transparentes rechtliches Verfahren, um solche Rechtsverletzungen anzugehen geschweige denn zu beenden“, hieß es in der Erklärung. Die Regierung beschuldige selbst Priester, die Menschenrechtsfragen in Papua ansprechen, zu den Separatisten zu gehören. Den Bischöfen im Land warfen die Geistlichen hingegen vor, zu den Menschenrechtsverletzungen zu schweigen.

Indonesiens Regierung ignoriere und vertusche die Lage in Papua, im eigenen Land als auch gegenüber Gremien der Vereinten Nationen, so der Vorwurf. „Wegen dieser peinlichen Art der Verleugnung sollen die UN hierherkommen, um unsere Situation direkt zu sehen. Wir hoffen, dass andere Länder darauf hören“, so der Priester John Bunay als Sprecher der Initiative.

Westpapua ist eine überwiegend christliche Region im mehrheitlich islamischen Indonesien. Katholiken machen gut 25 Prozent der christlichen Papuaner aus. Der Westen der Insel Neuguinea war 1962 in einem von den Vereinten Nationen unterstützten Abkommen zwischen den Niederlanden als ehemaliger Kolonialmacht, Indonesien und den USA Indonesien zugesprochen worden. Die Papuaner kämpfen seitdem für die Unabhängigkeit der rohstoffreichen Insel. Militär und Polizei gehen mit Gewalt gegen jede Form von Protesten vor. Nach Informationen der „Association of Human Rights Advocates for Papua“ wurden bereits mindestens 60.000 Menschen durch den Konflikt vertrieben.

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