Nach Massaker in Burkina Faso: Bischof und Imam rufen zu Dialog auf

  • Afrika - 11.06.2021

Nach dem heftigsten Terroranschlag in der Geschichte Burkina Fasos haben die religiösen Führer der betroffenen Region einen gemeinsamen Solidaritätsaufruf veröffentlicht. In einem Schreiben, das dem internationalen katholischen Hilfswerk Missio München vorliegt, bekräftigen der Bischof von Dori, Laurent Birfuore Dabire, und Großimam El Hadj Mamoudou Cisse, ihre unbedingte Solidarität miteinander und die Bedeutung des interreligiösen Dialogs für den Frieden.

„Angesichts dieses mörderischen Anschlags und der extremen Gewalt, die Burkina Faso zunehmend bedroht, blutet uns das Herz“, heißt es. „Einmal mehr zeigt uns dieses Massaker auf schmerzhafte Weise, wie schlimm es inzwischen um unser Land, aber auch um unsere Nachbarländer, bestellt ist. Weit über die betroffene Provinz Yagha hinaus trauert die ganze Nation. Das Leid betrifft den gesamten Sahel.“ Bei dem Terroranschlag auf das Dorf Solhan im Nordwesten des Landes starben in der Nacht auf vergangenen Samstag mindestens 138 Menschen, darunter auch viele Kinder. 

Im Namen der vor rund 50 Jahren von Christen und Muslimen der Region gegründeten „Geschwisterlichen Vereinigung der Gläubigen von Dori“ (UFC/Union Fraternelle des Croyants de Dori) – ein interreligiöses ländliches Entwicklungsprogramm und langjährige Partnerorganisation von Missio – rufen Bischof und Großimam zu mehr Menschlichkeit und Frieden in den Konfliktgebieten auf. „Dass wir unterschiedlich sind, darf sich nie in Gewalt niederschlagen. Auch wenn wir Meinungsverschiedenheiten haben, bleiben wir Schwestern und Brüder, die sich gegenseitig unterstützen müssen. Das ist die absolut notwendige Grundlage für eine gemeinsame Zukunft.“ 

Burkina Faso stand viele Jahre lang als stabiler Nachbarstaat an der Seite des westafrikanischen Vorzeigestaats Senegal. Der Druck durch islamistische Terrorgruppen erreicht über Mali auch Burkina Faso und zunehmend Niger. Bis zu eine Million Menschen wurden innerhalb des Landes aus ihren Dörfern vertrieben. Schulen sind geschlossen, nur noch wenige Krankenstationen halten ihren Betrieb aufrecht. Missio München unterstützt unter anderem die Nothilfe der Pfarreien vor Ort für heimatlose Familien und fördert den interreligiösen Dialog und die Friedensarbeit der Partner in der Konfliktregion an der Grenze zu Mali und Niger.

© Missio München