Kirchenführer im Nahen Osten erinnern an entführte Bischöfe

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  • Bedrängte Christen - 25.04.2021

Kirchenvertreter im Nahen Osten haben neue Anläufe zur Klärung des Schicksals der vor acht Jahren in Syrien entführten Erzbischöfe gefordert. Der ökumenische Kirchenrat des Nahen Ostens (MECC) appellierte dazu zum Jahrestag am Donnerstag an die Arabische Welt, die internationale Gemeinschaft und humanitäre Organisationen. Der Verbleib des syrisch-orthodoxen Metropoliten Mar Gregorios Yohanna Ibrahim (Bild) und des griechisch-orthodoxen Erzbischofs Boulos Yazigi müsse endlich geklärt werden. 

„Seit 2013 haben Verurteilungs- und Ablehnungserklärungen aller Formen von Extremismus und Terrorismus weder die bittere Realität verändert, noch einen einzigen Schritt erbracht, nach der Wahrheit zu suchen, an der wir festhalten, egal wie hart sie auch sein mag“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gremiums. Auch das Schicksal vieler anderer Menschen sei bisher ungeklärt. MECC-Generalsekretär Michel Abs appelllierte an Organisationen und Staaten, die sich für Menschenrechte und christliche Präsenz in Nahost einsetzen, an der Aufdeckung der Täter zu arbeiten.

Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Johannes X. Yazigi, rief zum achten Jahrestag der Entführung der beiden Erzbischöfe zu Einheit der Christen im Nahen Osten auf. „Diese Entführung ist der größte Beweis dafür, dass uns im Angesicht Christi mehr vereint, als uns durch die Schichten der Geschichte trennt“, heißt es in dem vom arabisch-christlichen Portal „Abouna“ dokumentierten Schreiben des Patriarchen.

Die Entführung zeige, dass die Christen ein und dasselbe Schicksal im Osten teilen, so der Patriarch weiter. Die Christen seien im Nahen Osten verwurzelt, solange Blut in ihnen fließe. Johannes X. erklärte, „dass wir uns an alle diplomatischen, sicherheitspolitischen, politischen, sozialen und andere Kanäle gewandt haben, ohne bis jetzt zu einem definitiven Ergebnis zu kommen“.

Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und der griechisch-orthodoxe Erzbischof Boulos Yazigi waren am 22. April 2013 auf der Fahrt von der syrisch-türkischen Grenze in Richtung Aleppo von Unbekannten entführt worden. Ihr Schicksal ist bis heute unklar. Beide Bischöfe hatten ihren Sitz in Aleppo und setzten sich in Syrien für Dialog und Frieden zwischen den Religionsgemeinschaften ein.

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