Bistum Limburg unterstützt Seenotretter – Kritik an Politik

  • Humanitäre Hilfe - 10.04.2021

Das Bistum Limburg unterstützt private Seenotretter im Mittelmeer und wirft der Politik Tatenlosigkeit vor. Generalvikar Wolfgang Rösch erklärte am Donnerstag in Limburg: „Es ist eine Tragödie, dass seit Jahren fortdauernd Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrinken.“ Schon viel zu lange fehle es an effektiven, politischen Lösungen, um dies zu verhindern. „Solange die Politik nicht handelt, können wir als Christen nicht tatenlos zusehen“, betonte Rösch.

Das Bistum und der Diözesancaritasverband Limburg unterstützen demnach zwei Seenotrettungsvereine mit insgesamt 25.000 Euro: 15.000 Euro gehen an Sea-Eye in Regensburg, 10.000 Euro an SOS Mediterranee Deutschland. Beide Nichtregierungsorganisationen seien mit Schiffen und freiwilligen Helfern im Mittelmeer tätig.

Rösch sagte, mit den Spenden wolle das Bistum die Crews der Schiffe ermutigen. „Statt ihre Einsätze zu behindern, gebührt ihnen Respekt und Dank.“ Im April wolle Sea-Eye ein weiteres Schiff namens „Sea-Eye 4“ in die Region entsenden, an dem auch das Bündnis United4Rescue beteiligt sei.

Weltweite Krisen trieben weiterhin viele Menschen zur Flucht über das Mittelmeer. Das Bistum verwies darauf, dass dabei nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) allein im Jahr 2020 insgesamt 1.426 Menschen ertranken. 2021 seien es bereits 306 Menschen (Stand 30. März).

Mit ihrem vielfältigen Engagement im Bereich der Flüchtlings- und Migrantenhilfe steht die Kirche an der Seite aller Schutzbedürftigen und Notleidenden: durch Beratung, Seelsorge, materielle Unterstützung und den stetigen Dialog mit Politik und Gesellschaft.


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Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner erklärte, unabhängig von allen migrationspolitischen Debatten sei die Würde des einzelnen Menschen „niemals verhandelbar“. Sie verpflichte Staat und Gesellschaft zum Schutz der Schwächeren.

Das Bistum Limburg engagiert sich im Rahmen seines Projektes „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ in der Flüchtlingsarbeit. Für das Projekt habe das Bistum, das eng mit dem Caritasverband zusammenarbeitet, insgesamt 5,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit den Mitteln seien unter anderem regionale Beratungsangebote für Flüchtlinge ausgebaut worden, etwa Asylverfahrensberatung, Schwangerenberatung und Wohnraumhilfe.

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