Kamerunischer Kardinal Christian Tumi ist tot

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  • Afrika - 08.04.2021

Der kamerunische Kardinal Christian Wiyghan Tumi ist tot. Wie örtliche Medien berichten, starb der frühere Erzbischof von Douala in der Nacht auf Samstag im Alter von 90 Jahren in einer Klinik. Er galt als einer der profiliertesten Vertreter der katholischen Kirche Kameruns, der sich immer wieder für Ausgleich und Demokratie in dem afrikanischen Land einsetzte. 

Bis in sein letztes Lebensjahr hatte sich Tumi in dem Konflikt zwischen den englisch- und französischsprachigen Landesteilen Kameruns für eine friedliche Lösung engagiert. Unter anderem plante er mehrfach eine Konferenz, um Auswege aus der Krise zu finden. Im November 2020 war der Kardinal kurzzeitig entführt und wieder freigelassen worden.

Geboren am 15. Oktober 1930 im kamerunischen Kikaikelaki, studierte Tumi Theologie und Philosophie an Seminaren in Nigeria, Lyon und Freiburg. 1966 erhielt er die Priesterweihe und wirkte mehrere Jahre als Seelsorger in der Erzdiözese Bamenda. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1979 zum Bischof von Yagoua und fünf Jahre später zum Erzbischof von Garoua. 1988 verlieh ihm der Papst die Kardinalswürde und übertrug ihm 1991 die Verantwortung für das Erzbistum Douala.

Von 1985 bis 1991 war Tumi Präsident der kamerunischen Bischofskonferenz sowie von 1990 bis 1994 Präsident des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar. Tumi ergriff immer wieder dezidiert Partei für die politische Opposition in Kamerun und galt als einer der energischsten Gegner von Langzeitpräsident Paul Biya, dessen gewaltsamen Kampf gegen Separatisten er kritisierte.

Im Oktober 2005 sorgte er für Aufsehen, als er in einer Aussage die Verwendung von Kondomen für Verheiratete guthieß, wenn ein Ehepartner HIV-infiziert ist, um die Ansteckung des anderen Ehepartners zu verhindern. 2005 war der Kardinal beim Konklave in Rom dabei. Der damals gewählte Papst Benedikt XVI. nahm Tumis altersbedingtes Rücktrittsgesuch im Jahr 2009 an.

Papst Franziskus würdigt Kardinal Tumi

Papst Franziskus hat den gestorbenen Kameruner Kardinal Christian Tumi gewürdigt. Tumi habe sich „in unvergesslicher Weise für die Kirche sowie das soziale und politische Leben“ Kameruns eingebracht, heißt es in einem am Ostersonntag im Vatikan veröffentlichten Beileidsschreiben des Papstes. Der Kardinal sei „mutig für die Verteidigung der Demokratie und die Förderung der Menschenrechte“ eingetreten, so Franziskus. Bis ins hohe Alter habe Tumi „im Dienst des Friedens und der Versöhnung“ gestanden.

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