Kolumbianische Wahrheitskommission: Dialog mit Bewaffneten nötig

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  • Südamerika - 27.02.2021

In Kolumbien hat die Wahrheitskommission die Regierung des rechtsgerichteten Präsidenten Ivan Duque dazu aufgefordert, mit den im Land agierenden bewaffneten Gruppen in einen Dialog zur Stabilisierung des Friedens zu treten. Nach Einschätzung der Wahrheitskommission führe das Unterlassen von Verhandlungen mit paramilitärischen Gruppen sowie Guerillabanden zu einer Situation, die es sehr schwierig mache, den Frieden zu stärken, sagte Kommissionsmitglied Leyner Palacios in einer virtuellen Pressekonferenz am Dienstag (Ortszeit).

Unterdessen haben drei Bischöfe aus der besonders von Gewalt betroffenen Pazifik-Region zur Solidarität mit der Bevölkerung aufgerufen. Die Region dürfe nicht vergessen und ihrem Schicksal überlassen werden. Die Regierung müsse die Entwicklung der Region vorantreiben, denn das „Vergessen dieser Territorien“ nähre die Gewalt und Kriminalität, unter der alle Menschen leiden würden, heißt es in einer Mitteilung der Bischöfe Juan Carlos Barreto (Diözese Qubido), Mario de Jesus Alvarez Gomez (Istmina-Tado) und Hugo Alberto Torres Marin (Apartado). Die an den jüngsten Gewaltausbrüchen beteiligte rechtsgerichtete paramilitärische Organisation AGC und die linksgerichtete ELN-Guerilla riefen die Bischöfe zu einem Waffenstillstand auf.

Kolumbien wird von einer neuen Gewaltwelle erschüttert, der vor allem Sozialaktivisten, Menschenrechtsverteidiger und Umweltschützer zum Opfer fallen. Zudem kommt es wieder zu Massakern und Vertreibungen besonders an der Pazifikküste, die für die Kontrolle und den Vertrieb des Kokainhandels von entscheidender Bedeutung ist. Die Vereinten Nationen riefen Kolumbien in dieser Woche erneut dazu auf, die Schutzmaßnahmen für Menschenrechtler und Aktivisten zu erhöhen und die im Friedensvertrag mit der FARC 2016 vereinbarten Maßnahmen umzusetzen.

Die Wahrheitskommission ist eine offizielle Institution, die als Ergebnis des Friedensvertrages mit der ehemaligen Guerilla-Organisation FARC und der Regierung 2016 entstand.

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