Katholische Kirche in Myanmar: Sanktionen nach dem Militärputsch schaden dem Volk

  • Asien - 05.02.2021

Kardinal Charles Maung Bo, Präsident der Katholischen Bischofskonferenz von Myanmar, fordert die internationale Staatengemeinschaft nach dem Putsch des Militärs in Myanmar auf, keine Sanktionen gegen das Land zu verhängen. Dies sagte er heute in einer Botschaft an das Volk und das Militär in Myanmar, die auch dem Internationalen Katholischen Missionswerk Missio Aachen vorliegt. Kardinal Bo ist Projektpartner von Missio Aachen. „Sanktionen riskieren, die Wirtschaft zusammenbrechen zu lassen und Millionen in die Armut zu stürzen,“ schreibt er. Stattdessen müssten Lösungen auf dem Verhandlungsweg gefunden werden. Diese Forderung unterstützt auch Missio Aachen.

Kardinal Bo forderte die Bevölkerung auf, die Ruhe zu bewahren. „Es gibt immer gewaltfreie Wege, unsere Proteste auszudrücken“, so Bo. Er forderte die Vertreter der Religionen und die Leiter der katholischen Gemeinden auf, die Menschen „zu einer friedlichen Reaktion auf diese Ereignisse zu animieren“.

An das Militär in Myanmar appellierte Kardinal Bo, auf Gewalt gegenüber dem Volk in Myanmar zu verzichten. Die von der Militärführung als Grund für die Machtübernahme geäußerten Vorwürfe des Wahlbetrugs würden eine gewaltsame Machtübernahme nicht rechtfertigen, sondern diese Vorwürfe hätten in einem Dialogprozess in „Anwesenheit von neutralen Beobachtern gelöst werden können“, so der Kirchenmann. Kardinal Bo bat die Militärführung eindringlich, die Rechte der inhaftierten Politiker, Schriftsteller, Aktivisten und Jugendlichen „zu respektieren und sie so schnell wie möglich freizulassen“. Sie seien „keine Kriegsgefangenen“.

Kardinal Bo brachte auch zum Ausdruck, dass er für die inhaftierte Aung San Suu Kyi beten werde, „dass sie wieder inmitten ihres Volkes wandeln und es aufrichten kann“. Sie werde „immer die Stimme unseres Volkes sein“, so der Kardinal.

© Text: Missio Aachen