Pakistan will nichtmuslimische Minderheiten besser schützen

  • Religionsfreiheit - 12.01.2021

Ein Vorstoß der pakistanischen Regierung zum besseren Schutz religiöser Minderheiten ist von Kirchenvertretern des islamischen Landes ausdrücklich begrüßt worden. Der neue Präsident der bischöflichen Kommission „Jusitia et Pax“, Bischof Samson Shukardin, lobte laut dem vatikanischen Pressedienst Fides eine entsprechende Initiative des Regierungsbüros für interreligiöse Harmonie.

Demnach sollen besonders Menschen, die fälschlicherweise der Blasphemie beschuldigt werden sowie minderjährige Mädchen, die immer wieder Opfer von Zwangskonversionen und Zwangsehen würden, besser vor Willkür geschützt werden. Dies werde „sicherlich den Frieden und die Harmonie zwischen Menschen verschiedener Religionen stärken und dazu beitragen, dass Angehörige religiöser Minderheiten nicht in Angst leben müssen“, erklärte Hyderabads Bischof.

Konkret soll unter anderem eine spezielle Sektion des Regierungsbüros für interreligiöse Harmonie geschaffen werden, die sich speziell mit den Problemen im Zusammenhang mit religiösen Minderheiten befassen soll. Die Einrichtung interreligiöser Harmonie-Räte in allen Landesteilen mit Vertretern aller islamischen Schulen soll darüber hinaus religiöse Toleranz fördern. Die Initiative geht zurück auf den Leiter des pakistanischen Gelehrtenrats, Hafiz Tahir Mehmood Ashrafi, der auch Sonderberater von Premierminister Imran Khan für religiöse Harmonie ist.

Insbesondere den Missbrauch des pakistanischen Blasphemie-Gesetzes soll die neue Abteilung eindämmen helfen. Mit seinem Team habe er bereits im Oktober und November in 101 Fällen interveniert und mit Einbindung islamischer Gelehrter und Geistlicher Lösungen zugunsten der nichtmuslimischen Pakistaner gefunden, so Ashrafi laut Fides. Zudem sollten Imame zu den Themen interreligiöse Harmonie, Dialog und Toleranz ausgebildet werden.

Als „Hoffnungsbotschaft für uns im neuen Jahr“ würdigte der Direktor des „Peace Center“ in Lahore, Dominikanerpater James Channan, gegenüber Fides das Engagement des Rates für interreligiöse Harmonie. Alle religiösen Führungskräfte und christlichen Politiker Pakistans sollten das Anliegen Ashrafis unterstützen, um „Hilfe für nichtmuslimische Mitbürger, die unter Missbrauch ihrer Würde oder ihrer Rechte leiden“, zu erwirken.

© Text: KNA