Anschlag auf Kathedrale: Indonesische Polizei tötet Tatverdächtige

  • Südostasien - 06.01.2021

In Indonesien hat die Polizei zwei mutmaßliche Islamisten erschossen, die 2019 an dem doppelten Bombenattentat auf die katholische Kathedrale von Jolo City auf den Philippinen beteiligt gewesen sein sollen. Die beiden am Mittwoch auf der Insel Sulawesi von Mitgliedern der Antiterroreinheit Densus 88 Getöteten hätten dem Terrornetzwerk Jamaah Ansharut Daulah (JAD) angehört, berichteten indonesische Medien. 

JAD war laut den Vereinten Nationen 2015 im mehrheitlich islamischen Indonesien als Organisation von rund zwei Dutzend Gruppen gegründet worden, die der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue geschworen hatten. Bei dem Doppelanschlag während eines Gottesdienstes in der Kathedrale in Jolo am 27. Januar 2019 kamen 22 Menschen ums Leben; mehr als 95 wurden verletzt.

Im vergangenen Oktober gelang der Polizei der mehrheitlich katholischen Philippinen die Verhaftung der Terroristin Rezky Fantasya Rullie. Rullie war die Ehefrau des zwei Monate zuvor von philippinischen Sicherheitskräften getöteten Terroristen Andi Baso und vermutlich die Tochter des Ehepaars, das die Selbstmordanschläge auf die Kathedrale von Jolo ausgeführt hatte. Im August 2020 kamen in Jolo bei einem weiteren Selbstmordanschlag zweier Terroristinnen 15 Menschen ums Leben.

Seit der weitgehenden Zerschlagung des IS in Syrien verlagert das Terrornetzwerk laut Sicherheitsexperten seine Aktivitäten zunehmend nach Südostasien. Die Provinz Sulu mit ihrer Hauptstadt Jolo im Süden der Philippinen gilt als Hochburg islamistischer Terrorgruppen, die sich als „Islamischer Staat – Provinz Ostasien“ bezeichnen. Seit dem Jahr 2000 waren vor oder in der Nähe der Kathedrale von Jolo elf Bombenanschläge verübt worden.

© Text: KNA