Viele Ertrunkene bei Bootsunglück in Venezuela

  • Südamerika - 16.12.2020

Mehr als 20 Menschen sind bei einem Bootsunglück vor der Küste Venezuelas ums Leben gekommen. Wie lokale Medien (Montag) berichteten, könnte sich die Zahl der Opfer noch weiter erhöhen. Unter den Toten sollen auch drei Kinder sein. Das regierungskritische Portal „Tal Cual“ berichtete, der katholische Geistliche Jesus Villarroel vom lokalen Caritas-Büro habe Trinidad und Tobago um die Liste von Namen verhafteter Flüchtlinge gebeten, um die Identifizierung zu erleichtern. Es gebe in der Region nur wenige humanitäre Hilfsorganisationen.

Zudem gebe es Berichte über weitere vermisste Boote und Familien wüssten nicht, wo sich ihre Angehörigen derzeit befinden. Ob es sich bei den neuen Opfern auch um Flüchtlinge handelt, die das Land verlassen wollen, ist noch nicht gänzlich klar.

Venezuela wird seit Jahren von einer schweren Versorgungskrise sowie einem gewaltsamen politischen Konflikt erschüttert. Mehr als fünf Millionen Menschen sind bereits aus dem Land geflüchtet. Die Flucht über den Seeweg nach Trinidad und Tobago hat zuletzt deutlich zugenommen. Dabei kommt es auch immer wieder zu Unfällen. Zwischen 2018 und 2019 sollen dabei rund 100 Menschen verschollen sein.

Die Bischöfe aus Venezuela haben nach dem Tod der rund 20 Bootsflüchtlinge die Regierung von Präsident Nicolas Maduro und die Behörden von Trinidad und Tobago zum Schutz von Migranten aufgerufen. Venezuela wie Trinidad und Tobago seien verpflichtet, die Menschenrechte von Migranten vollumfänglich und ohne jede Diskriminierung zu respektieren, heißt es in einer am Montag (Ortszeit) verbreiteten Stellungnahme der Venezolanischen Bischofskonferenz. Die Vorfälle seien zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

© Text: KNA