Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 20.08.2020

  • Corona-Pandemie - 20.08.2020

UN-Generalsekretär Guterres sieht die Gefahr von Covid-19-Konflikten, Erbischof Dr. Schick warnt vor einer Hungerkatastrophe und in Lourdes fand die Wallfahrt unter strengen Corona-Maßnahmen statt. Die Kurzmeldungen.

UN-Generalsekretär warnt vor Gefahr für Frieden durch Covid-19

Die anhaltende Covid-19-Pandemie gefährdet nach Worten des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres nicht nur die weltweite Armutsbekämpfung und friedensbildende Maßnahmen. „Sie trägt auch das Risiko, Konflikte zu verstärken oder neue zu schüren“, sagte er laut Mitteilung der UN am Mittwochabend bei einer Videokonferenz des Sicherheitsrates zum Thema „Pandemien und die Herausforderung, Frieden zu erhalten“.

Vor diesem Hintergrund sei der Einsatz zum Erhalt von Frieden dringender als je. Als drei wesentliche Gefahren benannte Guterres die Erosion öffentlichen Vertrauens, die Destabilisierung der weltweiten wirtschaftlichen Ordnung sowie eine Schwächung der Sozialnetze. Der Eindruck, dass Behörden die Corona-Krise falsch oder nicht transparent angehen, könne zur Ernüchterung führen. Ferner könnten Ungleichheiten, weltweite Armut sowie das Potenzial für Instabilität und Gewalt wachsen.

Laut Guterres bietet die Pandemie umgekehrt auch „Chancen für Frieden“. Der im März erfolgte Aufruf zu einem weltweiten Waffenstillstand habe in einer Reihe von Konflikten dazu geführt, dass Konfliktparteien Schritte zur Deeskalation ergriffen hätten. „Leider hat die Pandemie die Parteien in vielen Fällen nicht dazu bewegt, die Feindseligkeiten auszusetzen oder einem dauerhaften Waffenstillstand zuzustimmen“, so Guterres.

Er rief dazu auf, „konfliktsensible“ Antworten auf Covid-19 zu finden, basierend auf einer mehrdimensionalen Analyse, wie sich die Pandemie auf Risiken auswirkt, die zu Konflikten führen. Ferner seien Dialog und Einbezug insbesondere von Gemeinschaften und marginalisierten Gruppen wichtig, um Vertrauen zu fördern und sozialen Zusammenhalt zu stärken.

Covid-19 bezeichnete Guterres als „menschliche Tragödie“, deren Auswirkungen jedoch abgemildert werden könnten. Koordinierte, konfliktsensible Reaktionen sowie ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz seien dabei der Schlüssel, „um sicherzustellen, dass Initiativen zur Friedenskonsolidierung und zur Aufrechterhaltung des Friedens mit einer integrativen und nachhaltigen Entwicklung einhergehen, die im Schutz und in der Förderung der Menschenrechte, der Gleichstellung der Geschlechter verankert ist sowie der Verpflichtung, niemanden zurückzulassen.“

© Text: KNA

Solidaritätsaktion - 08.09.2020

Gäste aus der Weltkirche werden im Monat der Weltmission 2020 Corona-bedingt wohl nicht anreisen können. Dennoch sind vielerlei Solidaritätsaktionen möglich. Die Missio-Werke haben deshalb entsprechende Handreichungen veröffentlicht.

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Erzbischof Schick: Corona verschärft Hunger in der Welt

Corona und die Folgen der Pandemie stellen nach den Worten des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick vor allem die ärmeren Länder vor gigantische Herausforderungen. So nehme die Zahl der Hungernden derzeit in erschreckender Weise zu, sagte der Weltkirche-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. „Jüngste Studien zeigen: Bis zu 70 Millionen Menschen könnten schon in naher Zukunft zum Heer der Hungernden hinzukommen.“

Im Vorfeld der für den 6. September vorgesehenen bundesweiten „Corona-Kollekte“ in den deutschen Pfarrgemeinden rief Schick zu Solidarität mit Benachteiligten in Asien, Afrika und Lateinamerika auf. „Wer jetzt auf nationale Lösungen setzt und den Blick von den anderen abwendet, der mag kurzfristig den einen oder anderen Vorteil für sich herausschlagen“, betonte der Erzbischof. „Mittel- und langfristig aber wird er von den Folgen der eigenen Selbstbezogenheit und Kurzsichtigkeit eingeholt.“ Nur wer weltweite Nächstenliebe übe, liebe sich auch selbst.

Mit einem „weltkirchlichen Sonntag des Gebets und der Solidarität mit den Leidtragenden“ rufen Bischofskonferenz, die Bistümer, Hilfswerke und Orden am 6. September nicht nur zu Spenden sondern auch zum Gebet für Helfer und Corona-Betroffene auf. In den Entwicklungsländern seien Kirchen im Ernährungssektor, im Gesundheitswesen und in der Bildung „nahe bei den Armen und helfen effektiv und nachhaltig – oft weit mehr als staatliche Stellen dies vermögen“, unterstrich Schick.

Zugleich rief der Bamberger Erzbischof die Menschen in Deutschland auf, den politischen Entscheidungsträgern weltweit den Rücken zu stärken. Corona drohe die Lebensgrundlagen von hunderten Millionen Menschen zu zerstören. „Nur durch gezielte und zugleich groß angelegte Wirtschafts- und Sozialprogramme kann dem entgegengewirkt werden. Es kommt also auch auf die richtigen politischen Entscheidungen an – mutige Entscheidungen, die nicht zum Nulltarif zu haben sind.“

© Text: KNA

Kirche auf den Philippinen mit Ave Maria gegen Corona

Mit einer landesweiten „Ave Maria“-Kampagne will die katholische Kirche der Philippinen ein Ende der Corona-Pandemie erzwingen. Vom Hochfest Mariä Himmelfahrt (15. August) bis 15. September sollten alle Gläubigen und alle Pfarreien, Seminare und katholischen Schulen täglich zehn Ave Maria beten, schreibt die Bischofskonferenz (Mittwoch) auf ihrer Website. Die Bischöfe hatten 2013 die Philippinen der Gottesmutter Maria geweiht; ein Schritt zur Vorbereitung des 500. Jahrestags der Einführung des Christentums am 16. März 2021.

Die Philippinen sind das am stärksten von der Pandemie betroffene Land Südostasiens. Kritiker werfen Stastspräsident Rodrigo Duterte Versagen im Kampf gegen Corona vor. Bei seiner Rede zur Lage der Nation am 27. Juli sagte er kein Wort zu seiner Strategie zur Bewältigung der Krise. Am Montag hatte Duterte das Angebot Russlands zur klinischen Testung seines umstrittenen Corona-Impfstoffs auf den Philippinen angenommen. Er kündigte an, sich als Freiwilliger impfen zu lassen.

© Text: KNA

Dossier

Wie gehen Staaten und Religionsgemeinschaften weltweit mit der Herausforderung Covid-19 um? Das Corona-Dossier von weltkirche.de bietet Antworten.


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Lech Walesa fordert eine „gemeinsame Idee für die Menschheit“

Der frühere polnische Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa (76) sieht im Coronavirus einen „Warnschuss“ für die Welt. „Beim nächsten Mal wird es schlimmer“, sagte Walesa der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). „Deshalb müssen wir uns den globalen Problemen endlich im globalen Maßstab stellen. Ich meine Krankheiten, Hunger, Wassermangel, Umweltzerstörung, Klimakatastrophe. Wenn wir so weitermachen, geht die Menschheit unter.“ Nötig sei eine „gemeinsame Idee für die Menschheit“.

Walesa erklärte: „Welches Wirtschaftssystem wollen wir? Sicher nicht den Kommunismus, denn der ist vor aller Augen gescheitert. Aber der Kapitalismus ist auch nicht die Lösung. Das ist ein Rattenrennen.“ Es sei zu diskutieren, wie sich der freie Markt zum Wohle der Menschen effektiv zähmen lasse. „Leider werden diese Diskussionen heute oft von Populisten beherrscht, die sagen: Wir machen alles besser. Sie haben aber keine Lösungen für die realen Probleme. Stattdessen dämonisieren sie alles.“

Walesa ergänzte, die Welt befinde sich aktuell im Übergang zu einer neuen Epoche. „Die neue Ordnung entsteht erst, und darüber sollten wir vor allem reden. Wie sollen unsere Länder, wie soll Europa, wie soll die Welt aussehen? Das müssen wir ausdiskutieren und dann klug handeln“, sagte Walesa. Nötig sei ein neues Fundament und eine neue Solidarität.

© Text: KNA

Lourdes-Wallfahrt mit strengen Corona-Maßnahmen

Unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen fand im Wallfahrtsort Lourdes am Hochfest Mariä Himmelfahrt (Samstag, 15. August) die 147. französische Nationalwallfahrt statt. Alle Pilger waren aufgerufen, eine Mund-Nasen-Maske zu tragen und den Sicherheitsabstand einzuhalten, wie es auf der Homepage von Lourdes heißt. Die Versammlungen waren auf 5.000 Personen begrenzt.

Wegen der Corona-Pandemie sind in Lourdes seit Anfang März die Bäder und der sogenannte Heilige Bezirk geschlossen. Damit war das südfranzösische Marienheiligtum erstmals in seiner Geschichte mehr als zwei Monate lang geschlossen. Zuletzt startet das Pilgerwesen nun langsam wieder. Große Menschenansammlungen wie sonst sollen aber vermieden werden.

Als Alternative zum üblichen Waschritus für Kranke in Lourdes, dem Baden in Quellwasser, schuf der Wallfahrtsort einen neuen Pilgerweg entlang der Becken. An dessen Ende konnten Pilger Lourdes-Wasser trinken und sich damit das Gesicht waschen. Baden war allerdings weiterhin nicht erlaubt.

© Text: KNA