Corona-Update: Die Kurzmeldungen vom 02.07.2020

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  • Corona-Update - 02.07.2020

In Italien startet die Kirche eine Corona-Hotline für Familien, auf den Philippinen dürfen Friedhöfe wieder besucht werden und Außenminister Maas ist besorgt über den wachsenden Hass gegen Minderheiten. Die Corona-Kurzmeldungen.

Wegen Corona mehr Menschen denn je von Hunger bedroht

Wegen der anhaltenden Corona-Krise könnte der weltweite Hunger bald dramatisch zunehmen. Bis Jahresende erhöht sich die Zahl der Hungernden möglicherweise auf 270 Millionen, wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in einem am Montag in Rom veröffentlichten Bericht mitteilte. Dies entspräche einem Anstieg von 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Laut der UN-Organisation sollen in diesem Jahr rund 138 Millionen Menschen Ernährungshilfe erhalten und damit mehr als 40 Millionen mehr als noch 2019. In Lateinamerika etwa habe sich die Zahl der Menschen, die auf Unterstützung durch das WFP angewiesen sind, fast verdreifacht. Für die Finanzierung dieser Hilfen würden bis Jahresende knapp fünf Milliarden US-Dollar benötigt.

„Die Frontlinie im Kampf gegen das Coronavirus verschiebt sich zusehends von reichen in arme Länder“, so WFP-Exekutivdirektor David Beasley. Bis es einen Impfstoff gebe, sei gesundes und ausreichendes Essen der beste Schutz gegen das Virus. „Ohne Nahrung könnten wir einen dramatischen Anstieg von sozialen Unruhen und Protesten, unsicherer Migration, Konflikten und weitverbreiteter Unterernährung erleben – in Bevölkerungsteilen, die bisher immun gegen Hunger waren“, sagte Beasley.

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Kirche in Argentinien tritt für Corona-Notgehalt ein

Die katholische Kirche in Argentinien zeigt sich offen für eine staatliche Sonderzahlung eines Corona-Notgehalts an die Bevölkerung. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Oscar Vicente Ojea Quintana, begrüßte einen entsprechenden politischen Vorstoß mit Verweis auf ähnliche Vorschläge von Papst Franziskus und Organisationen der Vereinten Nationen, wie die Zeitung „Pagina 12“ (Montag) mitteilte.

Laut Ojea dürfen aber nicht nur die Arbeitskräfte mit festen Verträgen Nutznießer der Sonderzahlung sein, sondern auch die vielen Menschen im informellen Sektor ohne festes Anstellungsverhältnis. Alle gesellschaftlichen Kräfte müssten sich an einen Tisch setzen und die aktuelle Krise analysieren, um Lösungen zu finden, so der Bischof von San Isidro.

Aktuellen Wirtschaftsprognosen zufolge könnte auf die Corona-Krise eine tiefe Rezension in dem südamerikanischen Land folgen. Ein Anstieg der Armutsrate auf über 50 Prozent sei denkbar.

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Maas besorgt über wachsenden Hass gegen Minderheiten

Außenminister Heiko Maas (SPD) blickt sorgenvoll auf wachsenden Hass gegenüber Minderheiten während der Covid-19-Pandemie. „Sogar der Holocaust selbst wird für üble Vergleiche mit der aktuellen Situation missbraucht“, sagte Maas laut Redemanuskript anlässlich der Berliner Plenartagung der International Holocaust Remembrance Alliance am Donnerstag. Dies könne und werde die Bundesregierung nicht hinnehmen.

Stattdessen wolle sie Antisemitismus, Antiziganismus und alle sonstigen Formen von Rassismus und Diskriminierung bekämpfen. „Es ist an der Zeit, unseren Worten Taten folgen zu lassen“, betonte Maas. Jeder sei dabei aufgefordert, aufzustehen und seine Stimme gegen Diskriminierung und Hass zu erheben. Denn damals wie heute seien es zunächst Worte, die Vorurteile schürten und in Gewalt mündeten.

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Wie gehen Staaten und Religionsgemeinschaften weltweit mit der Herausforderung Covid-19 um? Das Corona-Dossier von weltkirche.de bietet Antworten.


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Italiens Bischöfe starten Hotline für Familien in Corona-Krise

Die Italienische Bischofskonferenz hat eine Telefon-Hotline für Familien in der Corona-Krise gestartet. Laut einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung sind Dutzende Beratungsstellen und Hunderte Betreiber in ganz Italien an dem Projekt beteiligt. Gedacht ist das Angebot für Betroffene, die angesichts der Pandemie „Situationen der Orientierungslosigkeit und des Unbehagens“ erleben.

Das „Netzwerk des Zuhörens“, so der Name der Hotline, bietet den Angaben zufolge vielfältige Formen der Unterstützung. Wenn die Schwierigkeiten der Anrufer trotz telefonischer Beratung anhielten, werde an andere Beratungsstellen verwiesen. Das örtliche Pastoralteam oder die Caritas stünden den Hilfesuchenden dann mit Rat und Tat zur Seite.

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Corona-Lockerungen – Friedhöfe in Manila wieder offen

Im Rahmen der Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen dürfen die Menschen auf den Philippinen wieder die Friedhöfe besuchen. In den Gebieten der „Allgemeinen Gemeinschaftsquarantäne“, zu denen auch die Metropolregion Manila gehört, würden Besuchergruppen von bis zu zehn Personen zugelassen, kündigte Präsidentensprecher Harry Roque am Freitag in einer auf Facebook live übertragenen virtuellen Pressekonferenz an. Die Besucher müssten jedoch die Abstandsregeln einhalten und Gesichtsmasken tragen. Es bleibe zudem den Verwaltungen der Friedhöfe überlassen, wieviele Gruppen gleichzeitig Zutritt erhielten.

Mit Stand 26. Juni waren auf den Philippinen 33.069 Coronainfektionen gemeldet, von denen 8.910 als genesen gelten. 1.212 Menschen verstarben bisher an den Folgen der Covid-19-Infektionen.

Die Ehrung der Toten spielt in der Kultur der Philippinen eine wichtige Rolle. Mit 54 Hektar ist der Nordfriedhof einer der größten unter den rund 80 Friedhöfen und 30 Kolumbarien der Metropolreligion Manila. Die Toten werden vornehmlich in Mausoleen bestattet, die immer wieder Schauplatz fröhlicher Familienfeiern mit Picknick sind. Höhepunkt der Friedhofsfamilienfeiern ist Allerheiligen. Zu dem katholischen Fest strömen jährlich alleine zum Nordfriedhof mehr als 300.000 Menschen.

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