Neue Kommission für Minderheiten in Pakistan

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  • Interreligiöser Dialog - 10.05.2020

Trotz Protesten islamischer Hardliner hat Pakistans Regierung die lang erwartete Kommission für Nationale Minderheiten gegründet. Damit erfüllt die Regierung eine Anweisung des Obersten Gerichts, wie der asiatische Pressedienst Ucanews (Mittwoch) berichtet. In einem historischen Urteil hatten die Verfassungsrichter 2014 die Regierung aufgefordert, die verfassungsmäßigen Rechte der Minderheitsreligionen im mehrheitlich muslimischen Pakistan zu schützen.

Islamische Hardliner hatten sich laut Ucanews noch zuletzt gegen die Einrichtung der Kommission und für eine Verschärfung der Restriktionen für Minderheitsreligionen ausgesprochen. Mit dem Ausschluss der als Häretiker geltenden islamischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiya erfüllte Religionsminister Pir Noor ul Haq Qadri eine Forderung der Islamisten.

Die Christen werden in der Kommission von dem katholischen Bischof von Lahore, Sebastian Shaw (Foto), von Albert David als Vorsitzendem des Pakistan Christian United Movement sowie Sarah Safdar von der protestantischen Church of Pakistan vertreten. Die Details der Arbeitsgrundlagen und Rechte der Kommission sind laut dem Bericht noch unklar. 

Die Hindus sind mit drei Mitgliedern, die Muslime und die Sikh mit je zwei sowie die Parsen und die ethnisch-religiöse Minderheit der Kalash mit je einem Mitglied dabei. Nicht vertreten sind neben der Ahmadiya auch die Bahai.

Pakistan ist mehrheitlich sunnitisch-muslimisch geprägt. Seit Jahrzehnten geben Vertreter eines ultrakonservativen und teils extremistischen Islam in Gesellschaft, Politik und Militär den Ton an. Religiöse Minderheiten sowie die islamischen Minderheiten der Schiiten und Ahmadis werden unterdrückt und verfolgt.

© Text: KNA

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