UNDP-Chef ruft zu Investitionen in „Wirtschaft von morgen“ auf

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  • Ethisches Investment - 30.04.2020

Der Chef des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) Achim Steiner setzt auf eine wirtschaftliche Wende im Zuge der Corona-Krise. Er wünsche sich, dass mit den jetzt aufgelegten milliardenschweren Konjunkturprogrammen vor allem zukunftsträchtige und umweltfreundliche Technologien gefördert werden, sagte er am Dienstag dem Portal t-online.de.

„Wir müssen uns fragen: Investieren wir die Beträge in die Kohlenstoff-Industrie von gestern oder geben wir der Energiebranche, dem Transport oder der Landwirtschaft Impulse, die sie mit einem Sprung in die Wirtschaft von morgen befördern“, so Steiner.

Konkret regte der UNDP-Chef eine besondere Förderung in den Bereichen umweltfreundlicher Transport, Digitalisierung und Erneuerbare Energien an. Es gehe „nicht einfach nur um eine grüne Wende, sondern darum, dass wir Märkte, Technologie-Entwicklung und den Konsum der Bürger dahingehend ausrichten, dass Investitionen in zukunftsträchtige Branchen fließen.“

Der Umbau der Wirtschaft sei – trotz der verheerenden Auswirkungen der Corona-Krise – auch im Interesse der Allgemeinheit, betonte Steiner. „Immer mehr Menschen haben verstanden, dass das bisherige Wirtschaftsmodell – ständiges Mehr, Verbrennung fossiler Energie, Ausbeutung der Umwelt – an seine Grenzen stößt.“ Er fügte jedoch hinzu: „Keiner hat das perfekte Rezept, aber wenn wir es jetzt nicht versuchen, dann ist die Chance vielleicht auf lange Zeit vertan.“

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