Nordarabiens katholischer Bischof Ballin gestorben

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  • Diaspora - 15.04.2020

Der Apostolische Vikar für die nördliche arabische Halbinsel, Bischof Camillo Ballin, ist am Ostersonntag im Alter von 75 Jahren in Rom gestorben. Dort wurde der gebürtige Italiener laut Medienberichten wegen einer Krebserkrankung behandelt.

Der aus dem Veneto stammende Comboni-Missionar Ballin verfügte über vielfache Erfahrungen im arabischen Raum und engagierte sich besonders im christlich-islamischen Dialog. Seit 2011 leitete er das Vikariat „Arabien Nord“ mit den Staaten Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und Bahrain, wo sich der Bischofssitz befindet.

„In Bahrain, Kuwait und Katar genießen wir völlige Kultfreiheit“, sagte Ballin im Herbst dem Magazin „Information Christlicher Orient“. „Das heißt, dass wir in unseren Kirchen bzw. in Kirchenarealen unseren Glauben frei praktizieren können. Da gibt es keinerlei Probleme. Außer, dass wir viel zu wenig Platz haben.“ In Saudi-Arabien hingegen seien Kirchen und die offizielle Versammlung von Christen verboten, so der Bischof.

Da christliches Leben in den Golfstaaten nur auf Kirchengelände beschränkt ist, war der Neubau von Kirchen Ballins großes Bestreben. Sein letzten Großprojekt, die Kathedrale in Bahrain, soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

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Ballin wurde am 24. Juni 1944 in Fontaniva (Provinz Padua) geboren und 1969 zum Priester geweiht. Nach dem Studium der arabischen Sprache war er von 1971 bis 1977 Seelsorger in Kairo. Anschließend studierte er an der Universität Saint Esprit in Kaslik bei Beirut und am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom orientalische Liturgie. Von 1981 bis 1990 war er Professor am Theologischen Institut Kairo und Superior der Comboni-Missionare in Ägypten. Von 1990 bis 1997 baute er ein Ausbildungsinstitut für katholische Religionslehrer im Sudan auf.

In Rom promovierte Ballin über die Kirchengeschichte des Sudan während des Terror-Regimes des „Mahdi“ (1881-1898). 2000 wurde er Direktor des "Dar Comboni Center of Arab and Islamic Studies" in Kairo und Professor für Kirchengeschichte am gemeinsamen Seminar der verschiedenen Zweige der katholischen Kirche in Ägypten.

2004 veröffentlichte er zwei viel verbreitete Werke auf Arabisch: „Die Wege des Geistes“ und „Geschichte der Kirche“. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn 2005 zum Titularbischof von Arna und bestellte ihn zum Apostolischen Vikar in Kuwait. 2011 wurde er zum Apostolischen Vikar für die nördliche arabische Halbinsel ernannt. Unter anderem war er im Ratgeberforum des internationalen Dialogzentrums KAICIID in Wien.

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