Millionen in Indien und Bangladesch fliehen vor Superzyklon

  • Naturkatastrophe - 20.05.2020

In Indien und Bangladesch fliehen Millionen Menschen vor dem Superzyklon Amphan, der auf die Küsten der beiden Länder zurast. Amphan hatte sich am Samstag über dem Golf von Bengalen mit Windgeschwindigkeiten von bis 230 Stundenkilometern gebildet. Die meteorologischen Behörden von Indien und Bangladesch rechnen damit, dass Amphan noch am Dienstagabend oder in den frühen Morgenstunden des Mittwoch das Festland erreichen wird.

In Bangladesch wird der Sturm laut dem Bangladesh Meteorological Department auch den Distrikt Cox's Bazar erreichen. Dort leben mehr als eine Million Rohingya in Flüchtlingslagern. „Die Häuser bestehen aus einfachem Bambus und Planen und sind an steile Hänge gebaut“, mahnte am Dienstag die katholische Hilfsorganisation Malteser International, die in den Lagern drei Gesundheitseinrichtungen unterstützt. „Erdrutsche gibt es hier schon bei leichteren Regenfällen“, so die Malteser.

„Es ist angesichts der vielen Menschen auf engstem Raum extrem wichtig, dass wir trotz dieser Notsituation die Präventionsmaßnahmen gegen Covid-19 weiter durchführen und unsere medizinische Hilfe ausweiten, um die Virusverbreitung einzudämmen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, betonte Malteser International.

Die katholische Caritas Bangladesch in den betroffenen Bistümern Chittagong und Khulna bereitet sich auf die Katastrophenhilfe vor. „Wir haben mehr als 100 Mitarbeiter und über 1.000 Freiwillige vor Ort, die den Menschen helfen, zu Schutzräumen zu gelangen. 40 Unterstände sind vollständig bereit und weitere 30 Unterstände werden durch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen vorbereitet“, sagte Jibon D. Das, Regionaldirektor von Caritas Khulna in Südbangladesch, dem asiatischen Pressedienst Ucanews (Dienstag).

Die UNO-Flüchtlingshilfe kündigte unterdessen an, ihre finanzielle Unterstützung für Rohingya-Flüchtlinge zu verstärken. Es gebe erste bestätigte Covid-19-Fälle in den Camps. Allerdings seien bisher erst 30 Prozent der geplanten Hilfsmaßnahmen finanziell gesichert.

Nach Angaben des US-amerikanischen Joint Typhoon Warning Center ist Amphan der stärkste Sturm, der jemals in der Bucht von Bengalen registriert wurde. Bangladesch ist ein tief gelegenes Land im größten Flussdeltasystem der Welt, das in den Golf von Bengalen mündet, das dadurch für häufige Naturkatastrophen wie Wirbelstürme und Überschwemmungen besonders anfällig ist. 1970 tötete der Zyklon Bhola bis zu 500.000 Menschen und 1991 ein weiterer Zyklon etwa 150.000 Menschen. In den letzten Jahrzehnten hat Bangladesch jedoch ein wirksames Katastrophenschutzsystem entwickelt, das Frühwarn- und Evakuierungseinrichtungen umfasst und so die Zahl der Opfer verringert.


© Text: KNA

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