Deutschland hat Ressourcen für 2016 aufgebraucht

  • Umwelt - 29.04.2016

Heute hat die deutsche Bevölkerung nach Einschätzung von Klimaexperten rechnerisch die natürlichen Ressourcen für das gesamte Jahr verbraucht. Der deutsche „Erdüberlastungstag“ zeige, dass eine Veränderung der Produktions- und Handelspraktiken sowie des Konsumverhaltens dringend nötig seien, forderten Umweltorganisationen am Donnerstag in Berlin.

„Mit unserer Wirtschafts- und Lebensweise beuten wir die Erde auf Kosten künftiger Generationen und auf Kosten der Menschen im globalen Süden aus“, mahnte Germanwatch-Expertin Julia Otten. Neben weltweiter Landübernutzung und dem Rückgang der Artenvielfalt sei der globale Klimawandel eine der spürbarsten Auswirkungen der ökologischen Überlastung.

Wenn alle Menschen weltweit so lebten und wirtschafteten wie die Deutschen, wären nach Berechnungen der Klimaschützer 3,1 Planeten notwendig um den Ressourcen-Bedarf zu decken. Damit liege Deutschland mit seinem „ökologischen Fußabdruck“ international im obersten Viertel aller Länder. Der globale Erdüberlastungstag wird im August erwartet. Deutschlands hoher Ressourcenverbrauch entsteht vor allem durch die hohen Kohlendioxid-Emissionen in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft.

„Ressourceneffizienz und die Verringerung des absoluten Ressourcenverbrauchs sind Ziele, die sich die Bundesregierung selbst gesetzt hat“, so Beate Schurath vom Inkota-Netzwerk. Eine ernsthafte Verfolgung dieser Ziele müsse zu deutlichen Reformen in der Rohstoff-, Energie- und Handelspolitik führen.

Die Grundlagen zur Berechnung des Erdüberlastungstages stammen vom „Global Footprint Network“, einer Partnerorganisation vom Inkota-Netzwerk und Germanwatch. Das „Global Footprint Network“ berechnet alljährlich den Tag, an dem die natürlichen Ressourcen des gesamten Jahres erschöpft sind. Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenüber gestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise brauchen. (lek/KNA/Inkota)

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