Münster feiert 50 Jahre Partnerschaft mit Mexiko

  • Bistümer - 07.05.2018

Das Bistum Münster hat am Sonntag das 50-jährige Bestehen seiner Partnerschaft mit dem mexikanischen Bistum Tula gefeiert. Mit einem Festgottesdienst im St.-Paulus-Dom feierte der Münsteraner Bischof Felix Genn gemeinsam mit dem Beauftragten des Bistums für die Weltkirche, Weihbischof Stefan Zekorn, und mexikanischen Partnern einen Gottesdienst.

Neben dem mexikanischen Bischof Juan Pedro Juárez Meléndez, mexikanischen und deutschen Priestern waren 27 Gäste aus Mexiko und Aktive aus Partnerschaftsgruppen der Region dabei.

Traditionen aus beiden Ländern prägten die Heilige Messe. So begann sie mit dem „Rito de la flor“, einem indigenen Ritual aus dem Bistum Tula. Dabei wird als Zeichen der Anerkennung Gottes als Schöpfer Weihrauch in die vier Himmelsrichtungen geschwenkt. Zum Schluss verneigt man sich in Richtung Erde und Himmel, als Ausdruck des Dankes für die Nahrung, die die Erde hervorbringt, und für das Leben, das Gott schenkt.

Das Rito de la flor stand am Beginn des Gottesdienstes.

Bistum Münster / Kerstin Bücker

In seiner Predigt sagte Genn, die Botschaft des christlichen Glaubens sei nicht beschränkt auf ein bestimmtes Volk oder eine bestimmte Person: „Bei Gott ist man willkommen, wenn man ihn sucht.“ Derzeit träten die Begriffe des Volkes und der Nation wieder überall in den Vordergrund, sie könnten aber auch abgrenzend und überheblich wirken. Die Kirche hingegen sei global. Er selbst sei von einem Besuch in Tula bereichert zurückgekommen.

Bischof Juárez Meléndez sagte, die Partnerschaft sei ein großer Segen für beide Diözesen. „Es ist eine große Freude, gemeinsam den Glauben zu leben“, erklärte er, „in der globalisierten Welt ist es noch viel notwendiger, dass wir zusammen stehen und das Evangelium leben.“

Nach der Heiligen Messe gab es für deren Besucher noch eine Überraschung: Eine Mariachi-Band spielte im Westchor auf und begleitete die Gemeinde mit schwungvollen Rhythmen in einer kleinen Prozession über den Domplatz ins Priesterseminar. Dort ergriff unter anderem Weihbischof Zekorn das Wort. „Wir feiern 50 Jahre lebendigen Austausch im Glauben und über das Leben. Es ist wunderbar, dass ihr von eurem Reichtum der Kultur etwas nach Münster bringt“, sagte er den Gästen, „ich bin sehr dankbar, dass wir miteinander verbunden sind in der einen, uns von Gott geschenkten Kirche.“

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Die Freundschaft zwischen den Bistümern Tula und Münster begann beim Zweiten Vatikanischen Konzil, an dem die damaligen Bischöfe D. Jesús Sahagún de la Parra und Dr. Josef Höffner teilnahmen. Einige Jahre danach wollten sie gemeinsam den Wunsch des Konzils verwirklichen, dass die Ortskirchen einander begegnen. Im Februar 1968 kamen die ersten Canisianerbrüder in Mexiko an, und der Bau des Centro Social in Cardonal begann. In den folgenden Jahrzehnten wirkten Priester im jeweils anderen Bistum, wurden Partnerschaften zwischen Gemeinden gegründet und später junge Menschen als Freiwillige entsandt.

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