Zehntausende demonstrieren in Nicaragua gegen Ortega-Regierung

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  • Nicaragua - 30.04.2018

In Nicaraguas Hauptstadt Managua haben am Samstag Zehntausende Menschen gegen die sandinistische Regierung von Daniel Ortega demonstriert. Zu dem Pilgermarsch hatte die katholische Kirche aufgerufen, um der in der vergangenen Woche getöteten Demonstranten zu gedenken. Die Teilnehmer versammelten sich anschließend vor der Kathedrale.

In seiner Ansprache bekräftigte Managuas Kardinal Leopoldo Brenes, dass die Kirche als Vermittlerin in der innenpolitischen Krise zur Verfügung stehe. Zugleich steckte er einen möglichen Zeitrahmen ab. Nach einem Monat wollten die Bischöfe eine Bilanz ziehen, um den Willen und die Umsetzung der Absprachen zu überprüfen, sagte Brenes laut Bericht der Tageszeitung „La Prensa“. Ohne entsprechende Fortschritte würden sie ihre Vermittlerrolle nicht fortsetzen. Es brauche Fortschritte und Resultate.

Weihbischof Silvio Baez, der zuletzt zu einem Gesicht der Proteste wurde, weil er sich hinter die demonstrierenden Studenten stellte, versprach: „Wir werden das gesamte Volk Nicaraguas informieren, was vor sich geht.“ Es werde keine Abkommen unter dem Tisch geben.

Bei den Protesten gegen die Regierung Ortega kamen vor einer Woche Dutzende Menschen ums Leben. Sie richteten sich gegen eine inzwischen zurückgenommene Rentenreform mit massiven Einschnitten für Senioren sowie gegen das mangelnde Krisenmanagement der Regierung nach einem Großbrand in einem Bioreservat an der Küste. Zuletzt kündigte Präsident Ortega an, für einen Dialog mit der Opposition zur Verfügung zu stehen.

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Nicaragua - 24.04.2018

Angesichts der gewaltsamen Proteste in Nicaragua ruft das katholische Lateinamerika-Hifswerk Adveniat zu einer demokratischen Öffnung des Landes auf. Nicaragua-Referentin Ines Klissenbauer warnt vor einem möglichen Rücktritt von Präsident Daniel Ortega.


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