Entschädigung für Opfer von Fabrikbrand in Pakistan

  • Menschenrechte - 22.01.2018

Fünfeinhalb Jahre nach dem Brand der KiK-Textilfabrik Ali Enterprises in Pakistan erhalten die Opfer ihre Entschädigung. Wie das Netzwerk „Inkota“ am Montag mitteilte, einigte sich das Unternehmen mit Vertretern der Internationalen Arbeiterorganisation ILO, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Opfervertretern wie der Kampagne für Saubere Kleidung darauf, den Betroffenen die zugesagten 5,15 Millionen Dollar auszuzahlen.

Hinterbliebene erhalten demnach eine monatliche Rente von umgerechnet 55 Euro, eine Witwe mit zwei Kindern umgerechnet 96 Euro im Monat. Menschenrechtler in Pakistan und Deutschland begrüßten den Schritt – mahnten aber zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz und einer schnelleren Entschädigung der Opfer im Katastrophenfall.

Am 12. September 2012 waren bei dem Brand bei Ali Enterprises 255 Menschen gestorben und 57 verletzt worden. In der Fabrik ließ die Firma KiK Kleidung produzieren, die Brandschutzmaßnahmen aber waren mangelhaft. Bereits unmittelbar nach dem Brand hatte KiK eine Million US-Dollar Soforthilfe bereitgestellt.

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Der pakistanische Opfervertreter Karamat Ali sagte nach der Ankündigung der Auszahlung weiterer 5,15 Millionen Dollar: „Wir wissen genau, dass wir weiter für das Recht auf eine lebenslange Rente kämpfen müssen. Und dafür, dass es nicht zu Kürzungen kommt. Auch dafür, dass ein ausreichendes soziales Sicherungssystem besteht. Für all das muss sich die Umsetzung des Arbeitsrechts deutlich verbessern. Um sichere Arbeitsplätze zu erreichen, müssen zum Beispiel die Inspektionen der Betriebe verbessert werden.“

Berndt Hinzmann vom INKOTA-Netzwerk und der Kampagne für Saubere Kleidung betonte: „Das sich über Jahre hinziehende Verfahren im Fall Ali Enterprises und die viel zu geringen Personalressourcen – etwa bei der ILO – sind neben der rechtlichen Leerstelle die Ursachen für die untragbare Ewigkeit, die es gedauert hat, bis die Opfer diese finanzielle Entschädigung nun erhalten werden.“ Er forderte dazu auf, die globale menschenrechtliche Sorgfaltspflicht im Nationalen Aktionsplan für Menschenrechte der Bundesregierung besser zu definieren.

© Inkota/cze