Gemeinsam gegen Menschenhandel

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  • Indien/Bangladesch - 02.05.2017

Im Kampf gegen Menschenhandel wollen Caritas-Organisationen in Bangladesch und Indien künftig eng zusammenarbeiten. In beiden Ländern seien am häufigsten Haushaltshilfen Opfer von Menschenhandel, sagte Jyoti Gomes, Regionaldirektor von Caritas Bangladesch, dem asiatischen Pressedienst Ucanews (Dienstag). Daher wolle Caritas Bangladesch stärker mit der Caritas der Erzdiözese Neu Delhi kooperieren.

Diese betreibe seit vielen Jahren Lobbyarbeit für die Rechte der Hausangestellten und habe seit 2015 mindestens 89 Mädchen in Neu Delhi und Umgebung befreit, die von Menschenhändlern entführt und als Haushaltshilfen verkauft worden seien. „Die Mädchen werden meist im armen Norden von Bangladesch von Menschenhändlern ergriffen“, so Gomes. Sie würden dann über die Grenze nach Indien gebracht. Indien und Bangladesch haben eine 4.096 Kilometer lange Grenze, die schwer zu überwachen ist. Zwischen 2005 und 2016 wurden nach Informationen der bangladeschischen Polizei mindestens 8.700 Mädchen Opfer von Menschenhändlern.

Millionen Bangladescher arbeiten als Migranten im Ausland. Die Asiatische Entwicklungsbank schätzt, dass jährlich eine halbe Million Menschen aus Bangladesch das Land auf der Suche nach Arbeit verlassen. Jährlich schickten diese Arbeitsmigranten umgerechnet 13,7 Milliarden Euro nach Hause zu ihren Familien. Ihre Überweisungen machten acht Prozent des Volkseinkommens aus; sie seien damit nach der Textilindustrie die zweitgrößte Einnahmequelle des südasiatischen Landes.  

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Laut Schätzungen sind rund 45 Millionen Menschen auf der Welt Opfer von moderner Sklaverei und organisiertem Menschenhandel. Sie werden als Zwangsarbeiter und, vor allem Frauen und Kinder, als Prostituierte oder auch für den Organhandel ausgebeutet. Im Kampf gegen den Menschenhandel setzt die Kirche auf internationale und interreligiöse Zusammenarbeit.


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