Katharina Tekakwitha

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Unterdrücktes Opfer der Missionare oder selbstbestimmte Rebellin? Diese außergewöhnliche Heilige lässt sich nur schwer einordnen – und fasziniert vielleicht darum bis heute so viele Menschen.

Katharina Tekakwitha (um 1656-1680) wurde im heutigen US-Bundesstaat New York als Tochter eines Lokalherrschers des Volkes der Mohawk geboren. Ihre Mutter gehörte der mit den Franzosen verbündeten katholischen Nation der Algonkin an und war von den Mohawk entführt worden. Im Jahr 1660 tötete eine Pockenepidemie fast Tekakwithas gesamte Familie. Sie überlebte knapp – gezeichnet von Pockennarben und halb blind. Daraufhin kam sie in das Mohawk-Dorf ihres Onkels, welches nach der militärischen Unterwerfung durch die Franzosen Jesuitenmissionare aufnehmen musste. Gegen den Willen ihrer Verwandten entschied sich Tekakwitha für das Christentum und die Ehelosigkeit.

Bei ihrer Taufe nahm sie den Namen Katharina, genannt Káteri, an und floh in die 300 Kilometer entfernte Missionsstation im heutigen Montréal. Dort wollte sie eine Gemeinschaft indigener Ordensfrauen gründen, doch die Jesuiten lehnten ab. Stattdessen wirkte Káteri als Katechetin und pflegte Kranke. Wie viele indigene Konvertitinnen dieser Periode legte sie sich so harte Bußübungen auf, dass ihre Gesundheit darunter litt. Sie starb entkräftet am 17. April 1680 mit den Worten: "Jesus, ich liebe dich." Papst Benedikt sprach die "Lilie der Mohawks" 2012 vor tausenden angereisten Indigenen heilig.

 

Aus dem katholischen Heiligenlexikon.

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In diesem Dossier werden die Glaubens- und Lebenswelt ausgewählter indigener Völker vorgestellt.


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