Katholischer Akademischer Ausländerdienst ist „Erfolgsmodell“

  • Entwicklung - 18.12.2018

Vorstellung einer empirischen Studie zum entwicklungspolitischen Engagement von Studierenden und Studien-Absolventen des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD).

Fast 10.000 Studierende und Wissenschaftler aus dem Globalen Süden und Osteuropa sind in den vergangenen 60 Jahren durch den Katholischen Akademischen Ausländerdienst materiell unterstützt und darüber hinaus in ihrer persönlichen Entwicklung und pastoral begleitet worden. In einer Studie wurde jetzt untersucht, welche Förderbedingungen am besten geeignet sind, zu einem entwicklungsbezogenen Einsatz der Studien-Absolventen (Alumni) beizutragen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden am 11. Dezember 2018 in der Katholischen Akademie in Berlin vorgestellt und von Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche, Politik und Wissenschaft diskutiert. Die Studie war von der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegeben worden. Schwerpunkte der umfangreichen Befragungen waren Länderfallstudien zu Georgien, Ghana, Indonesien, Kolumbien und Palästina/Israel.

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Kirchliche Entwicklungsarbeit bedeutet, von den Menschen aus zu denken und zu handeln. Dies gilt sowohl in der Zusammenarbeit mit den weltkirchlichen Partnern, als auch in der politischen und Bildungsarbeit in Deutschland.


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Kirchliche Entwicklungsarbeit bedeutet, von den Menschen aus zu denken und zu handeln. Dies gilt sowohl in der Zusammenarbeit mit den weltkirchlichen Partnern, als auch in der politischen und Bildungsarbeit in Deutschland.

Die Autoren, die Migrationswissenschaftler PD Dr. Uwe Hunger (Münster) und Dr. Sascha Krannich (Siegen), hoben das große Potential internationaler Studierender für die Entwicklungszusammenarbeit hervor. Dies habe die Politik noch zu wenig im Blick. Die Studie habe gezeigt, dass internationale Studierende auf verschiedenen Wegen zu „change agents“ für ihr Herkunftsland werden könnten. Die Arbeit des KAAD werde von den Befragten positiv bewertet. Daneben zeige die Studie, dass das Entwicklungs-Engagement der Studien-Absolventen noch verstärkt werden könne, wenn die Rückkehrer bei der Re-Integration in ihr Heimatland weitere Beratung und Unterstützung erhielten. Die Autoren empfehlen daher unter anderem die Vernetzung und Kooperation relevanter Einrichtungen untereinander, um Synergien zu nutzen (etwa mit der GIZ).

Der Leiter des Bereichs Weltkirche und Migration der Deutschen Bischofskonferenz, Ulrich Pöner, unterstrich den entwicklungsbezogenen Charakter des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes. Zwar habe die Studie gezeigt, dass es aufgrund von Veränderungen in der Mobilität und den Möglichkeiten internationaler Vernetzung neben der sofortigen Rückkehr ins Heimatland auch andere Wege des Entwicklungs-Engagements geben könne. Gleichzeitig warnte er vor einer Tendenz, internationale Studierende aus dem Globalen Süden und aus Osteuropa (besonders der sog. MINT-Fächer) vor allem auf dem Hintergrund des Fachkräftemangels im eigenen Land zu fördern.  Der leitende Gesichtspunkt müsse ihre Befähigung sein, zur Entwicklung ihres Herkunftslandes beizutragen. Die Studie beschreibe die Arbeit des KAAD als ein „Erfolgsmodell“.

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Sie gehört zu den Grundrechten und ist in vielen Ländern Mangelware: Bildung. Durch vielfältige Projekte und Initiativen setzt sich die katholische Kirche weltweit dafür ein, dass Kinder und Erwachsene Bildungsmöglichkeiten erhalten.


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Die Botschafterin der Palästinensischen Mission in Deutschland, Dr. Khouloud Daibes, eine KAAD-Alumna, unterstrich, dass das Ziel der Förderung die Rückkehr ins Heimatland bleiben müsse. Sie unterstrich das Potential der Alumni, nach ihrer Rückkehr an neuen Entwicklungen zu arbeiten. Auch Prof. Dr. Claudia Warning, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), betonte, dass ein entwicklungspolitischer Stipendiengeber natürlich Entwicklungsbeiträge anstrebe. Es sei zu überlegen, an welchen Stellen das Thema „Entwicklungsförderung“ in der Begleitung der Studierenden Platz habe.

Der Präsident des KAAD, Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, machte deutlich,  die Rückkehrperspektive der Alumni werde im Zentrum der KAAD-Arbeit bleiben, auch wenn Entwicklungs-Engagement auch vom Gastland aus möglich sei.  Man könne daher  überlegen, ob solches Engagementetwa durch die Förderung von Alumnivereinen in Deutschland unterstützt werden könnten.

Der KAAD fördert seit 1958 Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Globalen Süden und Osteuropa (jährlich derzeit ca. 500). Mit etwa 50 Partnergremien und 30 Alumnivereinen in aller Welt hat er ein weitgespanntes weltkirchliches Netzwerk geschaffen. Seine Förderung zielt auf Verantwortungseliten, die Entwicklungsprozesse mitgestalten können.

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