Lernen in der Krise

  • © Bild: Int. Föderation Fe y Alegría

Das katholische Schulwerk Fe y Alegría („Glaube und Freude“) wurde 1955 vom Jesuitenpater Pater José-María Vélaz in den Armenvierteln von Venezuelas Hauptstadt Caracas gegründet und hat sich zu einer der größten Bildungsbewegungen der Welt entwickelt: „Fe y Alegría beginnt dort, wo der Asphalt endet“ ist die Inspiration dieses Schulnetzwerks, das über 1,5 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 21 Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens erreicht.

Auf einen Blick

Bildung mit Glauben und Freude – trotz Corona

Land: 21 Länder in Lateinamerika, Afrika und Asien: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Chile, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Nicaragua, Paraguay, Peru, Dominikanische Republik, Uruguay, Venezuela, Tschad, D.R. Kongo, Madagaskar, Guinea, Kenia.

Zielgruppe: Innerhalb des großen Netzwerks von Fe y Alegría sollen insgesamt 864.963 Menschen aus 21 Ländern Lateinamerikas, der Karibik und Afrikas von den Maßnahmen profitieren, davon 720.803 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien, Lehrerinnen und Lehrer, in insgesamt 144.160 Haushalten.

PartnerInnen vor Ort: Internationale Föderation Fe y Alegría

Unterstützende Organisation: Ordensgemeinschaften

Voraussichtliche Projektkosten: Die Programme von Fe y Alegría in der Corona-Krise sind auf einen Zeitraum vom 12 Monaten angelegt und belaufen sich auf Gesamtkosten von 756.000 Euro.

Art der Hilfe: 1. Nothilfe-Programme 375.000 € | 2. Prävention 105.000 € | 3. Online Bildung 168.000 € | 4. Existenzsicherung 108.000 €. 

Gewaltige Auswirkungen

In den Wirkungsbereichen von Fe y Alegría sind die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der COVID 19-Krise gewaltig: Viele Familien von Schülern und Lehrern waren bereits vor Corona von Armut betroffen und bangen durch die anhaltenden Lockdown-Maßnahmen um ihre Lebensgrundlagen. Arbeitslosigkeit und Hunger sind schlimme Folgen, junge Menschen brechen die Schule ab, um ihre Familien zu unterstützen.

Um die schlimmsten Konsequenzen abzufedern, hat Fe y Alegría ein umfangreiches Maßnahmen-Paket in den Bereichen Ernährungssicherung, Gesundheitsfürsorge, Unterkunfts- und Arbeitsplatzsicherheit geschnürt und bietet Betroffenen psychologische und spirituelle Unterstützung an. Ergänzend wurden in den meisten Ländern Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen zu den Gefahren von COVID-19 auf den Weg gebracht.

Gleichzeitig ist es für Fe y Alegría von wesentlicher Bedeutung, auch unter diesen schwierigen Umständen und angesichts geschlossener Schulen weiter eine qualitativ hochwertige Bildung zu garantieren. Durch den Einsatz verschiedener pädagogischer Strategien sollen Schulabbrüche vermieden und Bildungslücken geschlossen werden. Um effektiven Fernunterricht zu gewährleisten, setzt Fe y Alegría auf den Ausbau virtueller Bildungswerkzeuge über Online- und Radioprogramme. Neben der Bereitstellung entsprechender Technik für die Familien ist es hierbei unerlässlich, über Weiterbildungsmaßnahmen die digitalen Kompetenzen des Lehrpersonals zu stärken, neue Lehrpläne und pädagogische Materialien zu entwickeln. Die Rolle der Lehrkraft muss neu definiert werden.

Die vier Arbeitsbereiche von Fe y Alegría in der Corona-Krise:

  • Nothilfe-Programme gewähren Ernährungssicherheit für alle Gemeinschaften, in denen Fe y Alegría aktiv ist 

  • Prävention und Sensibilisierung: Kauf und Verteilung von Hygiene-Kits, Herstellung von begleitenden Kommunikationsmaterialien zum Schutz vor COVID-19; Nutzung der Radiosender von Fe y Alegría für Aufklärungskampagnen

  • Bildung gewährleisten: Verbesserung der digitalen Fertigkeiten der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Leitungsteams; Bereitstellung von Bildungsmaterialien für die Familien der Schüler; Nutzung der virtuellen Bildungsplattform „Mundo Escolar“; Bildung durch Radio

  • Nachhaltiges Sichern der Lebensgrundlagen: Um den Schülerinnen und Schülern den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern, werden berufsspezifische Kenntnisse vermittelt, um die Beschäftigungsfähigkeit der Schüler zu fördern oder den Einstieg in die Selbstständigkeit zu erleichtern.

Ein starkes Netzwerk

Garant für den Erfolg der Maßnahmen in der Krise sind jahrzehntelange Erfahrungen und die Präsenz der Teams von Fe y Alegría in den Projektregionen, der persönliche Kontakt zur Bevölkerung, Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Das internationale Netzwerk von Fe y Alegría umfasst mehr als 150 katholische Ordensgemeinschaften und zählt ca. 41.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nothilfe - Prävention - Bildung - Existenzsicherung

Nothilfe, Prävention, Bildung, Sicherung der Lebensgrundlagen: Mit einem breit angelegten Maßnahmenpaket begleitet das internationale Schulwerk Fe y Alegría Kinder, Jugendliche und Familien, Lehrerinnen und Lehrer in armen Ländern durch die existenzbedrohende Krise.


Mehr Informationen

© Text: Jesuitenmission

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