Schutzausrüstung für ländliche Gesundheitszentren in Timor-Leste

  • © Bild: Misereor
  • Timor-Leste - Misereor

In Timor-Leste, einem Inselstaat zwischen Indonesien und Australien, unterstützt das Werk für Entwicklungszusammenarbeit Misereor Ärzt*innen und Pflegekräfte mehrerer ländlicher Gesundheitszentren mit dringend notwendiger Hygiene-Ausrüstung. Finanziert werden Materialien wie Schutzanzüge, Mund- und Nasebedeckung sowie Handschuhe, die aktuell vom Staat nicht bezahlt werden können.

Im gesamten Gesundheitswesen des Landes mangelt es an Medikamenten, Ausrüstung und Materialien. Erst durch Förderung Australiens und der WHO wurde es zum Beispiel möglich, ein Labor aufzubauen, in dem COVID-19-Tests vorgenommen werden können.

Timor-Leste befand sich drei Jahre lang in einer schweren politischen Krise. Trotz wiederholter Wahlen konnte in dieser Zeit keine beschlussfähige Regierung gebildet werden. In der Folge gelang es auch nicht, einen Staatshaushalt zu verabschieden. Daher ist der Staat aktuell noch auf vielen Gebieten nicht in der Lage, eine notwendige öffentliche Finanzierung sicherzustellen. Dies betrifft nicht zuletzt das Gesundheitswesen.

Gleichzeitig ist Timor-Leste auf die Bewältigung der Corona-Krise kaum vorbereitet. Es fehlt sowohl an ausreichend fachlicher Expertise, aber auch an ausgewiesenen staatlichen Pandemieplänen. Auch in der Bevölkerung gibt es wenig Wissen über den Umgang mit der Virus-Krise. Vielen Bürgerinnen und Bürgern des südostasiatischen Staates mangelt es an Verständnis für die Gefahren durch COVID-19. Deshalb bemühen sich Misereor-Partnerorganisationen auch um Aufklärung über die Risiken der Pandemie – etwa mit Kurzfilmen in Tetum, der indigenen nationalen Sprache Timors, die über Präventionsmaßnahmen und Risiken informieren und Hygiene- und Verhaltenstipps geben – auch in den sozialen Medien des Internets.

Das Projekt auf einen Blick

COVID-19-Akuthilfe

Land: Timor-Leste

Zielgruppe: Arme Bevölkerung in ländlichen Gebieten

PartnerInnen vor Ort: Fundasaun Lafaek Diak, Triloka, Baucau, Timor-Leste

Unterstützende Organisation: Misereor

Voraussichtliche Projektkosten: 50.000 €

Art der Hilfe: Beschaffung und Verteilung von Schutz- und Hygieneausrüstung an Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte in ländlichen Gesundheitszentren in Timor-Leste und damit Verbesserung der medizinischen Versorgung für benachteiligte Gruppen auf dem Land

Das 1,3 Millionen Einwohner zählende Timor-Leste, auch Osttimor genannt, gehört zu den ärmsten Staaten Asiens. Wirtschaftlich ist das Land vom großen Nachbarn Indonesien abhängig. Zwar dürfen aktuell noch Waren aus Indonesien ins Land gebracht werden, aber nur zu bestimmten Zeiten, auf dem Seeweg und verlangsamt. Zuletzt sind die Preise für Grundnahrungsmittel – etwa Reis – rapide angestiegen, und es drohen in nächster Zeit Versorgungsengpässe und Hunger.

Covid-19-Akuthilfe

Partnerorganisationen von Misereor sind in Asien, Afrika und Lateinamerika auf vielfältige Weise engagiert, um Betroffene der Corona-Pandemie umfassend zu unterstützen.


Mehr Information

© Text: Misereor

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