Helfen wo Menschen sterben, weil die Mittel fehlen

  • © Bild: Pressestelle/Erzbistum Santa Cruz de la Sierra
  • Bolivien - Materielle Ausstattung einer Intensivstation

Die Region um Santa Cruz de la Sierra (Bolivien) leidet besonders unter der rasanten Ausbreitung des Virus. Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem war landesweit schnell überlastet. Im Krankenhaus der Erzdiözese Santa Cruz wurde mit Unterstützung des Bistums Trier eine neue COVID-19-Station eingerichtet. Das Bistum Trier unterstützt die Initiativen der Partnerinnen und Partner vor Ort und hilft durch Geld- und Sachspenden bei der Ausstattung.

Während sich der Alltag in Deutschland wieder teilweise normalisiert, sind die Menschen in Bolivien immer noch von rapide steigenden Fallzahlen und harten Einschränkungen betroffen. Die Infektionszahlen liegen zur Zeit bei über 1.000 neuen Fällen pro Tag und sind damit, gemessen an der geringeren Gesamtbevölkerung, etwa 7 mal höher als in Deutschland. Jeden Tag gibt es um die 70 Todesopfer zu beklagen, Mitte August waren offiziell annähernd 3.800 Menschen durch oder mit COVID-19 gestorben. Da in vielen Regionen kaum getestet wird, ist jedoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, sodass niemand die wirklichen Fallzahlen kennt.

Das Projekt auf einen Blick

Ausstattung COVID-19-Station

Land: Bolivien

Zielgruppe: Einwohner*innen von Santa Cruz de la Sierra & Umland

PartnerInnen vor Ort: Hospital Católico der Erzdiözese Santa Cruz

Unterstützende Organisation: Bistum Trier

Voraussichtliche Projektkosten: 12.000 € pro Beatmungsgerät, 600 € pro Infusionspumpe

Art der Hilfe: Materielle Ausstattung Intensivstation

Besonders betroffen ist die Region um Santa Cruz de la Sierra. Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem war schnell überlastet. International sorgten Fälle für Aufsehen, bei denen Menschen vor den Türen der Krankenhäuser starben, weil diese keine Kapazitäten mehr hatten. Viktor Hugo Valda Antelo ist der Leiter des „Hospital Católico“ der Erzdiözese Santa Cruz. Im Interview erklärt er: „Leider sterben einige nicht, weil wir nicht bereit sind, uns um sie zu kümmern, sondern weil uns die Mittel fehlen. Die Kurve der Infizierten nimmt weiter zu, und die Situation wird noch tragischer werden; wir wissen jedoch, dass wir in diesem Kampf nicht allein sind, Gott ist mit uns.“

Erzbischof Sergio Alfredo Gualberti bei der Segnung der Covid-Abteilung im „Hospital Católico"-Krankenhaus der Erzdiözese Santa Cruz

Pressestelle Erzbistum Santa Cruz

Das Krankenhaus hat die Initiative ergriffen und eine neue COVID-19-Station eingerichtet. Da die Kirchen von Trier und Bolivien schon seit vielen Jahren partnerschaftlich verbunden sind, unterstützt das Bistum Trier das Vorhaben der Partnerinnen und Partner vor Ort und hilft durch Geld- und Sachspenden bei der Ausstattung der Station mit Beatmungsgeräten und Infusionspumpen. Dabei kommt Unterstützung von vielen Seiten: ein Trierer Krankenhaus spendete dringend benötigte Infusionspumpen. Der Transport stellte zunächst ein Problem dar, da die meisten Frachtunternehmen Lieferungen nach Bolivien zwischenzeitlich eingestellt hatten. Mit Hilfe der bolivianischen Botschaft in Berlin und eines bolivianischen Orchesters aus La Paz konnten die Geräte dennoch nach Bolivien überstellt werden.

Die Station ist für die Diözese Santa Cruz von großer Bedeutung. Erzbischof Mons. Sergio Gualberti erschien persönlich, um die Betten zu segnen und die neue Intensivstation einzuweihen. Mit Blick auf die Corona-Pandemie mahnte er bereits im März: „Jetzt ist der Moment zusammenzustehen und den Kampf gegen das Virus oben anzustellen. Jetzt ist der Moment für verantwortliches, herzliches und vorsichtiges Handeln. Lasst uns nicht in Panik und Egoismus verfallen“.

Zunächst war die Station in Santa Cruz für 11 Betten ausgelegt. Da sie aber schnell ausgelastet war, wird sie stetig erweitert und umfasst mittlerweile bereits 40 Betten. Pfarrer Christian Mueszig von der Caritas Santa Cruz zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Durch die neue COVID-Abteilung ist die Gesamtbettenzahl deutlich angewachsen. Nadelöhr bleiben die Beatmungsgeräte, aber dank der Unterstützung ist jetzt ein erheblich erweitertes Angebot zur Betreuung gegeben.“ Durch die weiterhin schnell steigenden Zahlen ist jedoch kein Grund zur Entwarnung gegeben: vor allem Beatmungsgeräte werden weiterhin dringend benötigt. Pfarrer Mueszig und Viktor Hugo Valda hoffen, die Station weiter ausbauen zu können und ausreichend Kapazitäten zu schaffen um in Zukunft keine COVID-19-Patienten mehr abweisen zu müssen.

Das Bistum Trier wird die Initiative des Krankenhauses auch weiterhin nach Kräften unterstützen und hofft dafür auch auf den Sonntag der Solidarität am 6. September. Für jedes Beatmungsgerät benötigt das Krankenhaus 12.000 €, eine Infusionspumpe kostet umgerechnet etwa 600 €.

Unterstützung

Mitarbeiter des Krankenhauses der Erzdiözese Santa Cruz kämpfen täglich gegen Covid-19. Das Partnerbistum Trier unterstützt sie dabei.


Mehr Informationen

© Text: Bistum Trier

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