Die Corona-Hungerkrise überstehen

  • © Bild: Mainly Jackson/Diözese Poona
  • Indien - Lebensmittelhilfe für Slumbewohner

Eichstätts indisches Partnerbistum Poona verteilt Lebensmittel an Arme und Tagelöhner, die in der aktuellen Krise kein Einkommen mehr haben. Der dortige Generalvikar Malcom Sequeira ist persönlich in die Verteilung von Nahrungsmitteln in Slums involviert.

Durch den nahezu kompletten Lockdown in Indien und die fehlenden staatlichen Hilfsleistungen sind besonders die Menschen in Not geraten, die in der Regel jeden Tag aufs Neue eine Beschäftigung suchen müssen und vom täglich verdienten Lohn den Lebensunterhalt für sich und die ganze Familie bestreiten müssen. Wegen der Ausgangssperre können sie auch nicht in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Reserven oder Rücklangen konnten sie ohnehin niemals anlegen.

Tausende gehen darum hungrig zu Bett und haben nichts zum Überleben. Zu den Betroffenen gehören auch Männer, die sich mit zehn bis zwölf Menschen ein kleines Zimmer oder eine erbärmliche Hütte teilen müssen und ungebildete Frauen, die hauptsächlich in den nahe gelegenen Wohnungen der Mittelschicht arbeiten. Sie erledigen dort die Hausarbeiten, waschen Töpfe und reinigen Gefäße, fegen und putzen. Wegen der Bedrohung durch dieses tödliche Virus möchten die Wohnungseigentümer nicht, dass diese Frauen ihre Häuser betreten. „Die Situation der Menschen hier ist sehr schlecht, wir können den Hunger in ihren Gesichtern sehen“, berichtet Malcolm Sequeira, der Generalvikar des Bistums Poona in Indien, das seit 1955 mit Eichstätt eine Bistumspartnerschaft pflegt. Alleine in der Stadt Pune (Poona) im westindischen Bundesstaat Maharashtra leben über 7 Millionen Menschen.

Das Projekt auf einen Blick

Lebensmittel für Slumbewohner und Tagelöhner

Land: Indien

Ort: Poona

Zielgruppe: Slumbewohner und Tagelöhner, die gegenwärtig nichts verdienen können

PartnerInnen vor Ort: Diözese Poona (Eichstätter Partnerdiözese seit 1955)

Unterstützende Organisation: Bistum Eichstätt

Voraussichtliche Projektkosten: 10.000 €

Art der Hilfe: Verteilung von Lebensmittelpaketen

Auch der Bischof von Poona, Dr. Thomas Dabre, und Dr. Vedamanickam Louis, vergleichbar einem Direktor der Caritas der Diözese, unterstützen die Hilfsaktion aufgrund der Corona-Krise, durch die bisher mehr als 2000 armen Familien geholfen werden konnte, sehr. Beide sind auch persönlich in die Verteilung einbezogen und stellen Fahrzeuge für den Transport zur Verfügung. Durch die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden wird sichergestellt, dass die besonders hart betroffenen Bevölkerungsgruppen die Unterstützung erhalten. Ein Versorgungspaket deckt den Durchschnittsbedarf eines Haushalts für durchschnittlich acht bis zehn Tage ab. Alle Pfarrer des Bistums haben darüber hinaus die Initiative ergriffen, um besonders armen Gemeindemitgliedern zu helfen. Auch andere Institutionen, z.B. das Frauenhaus einer Ordensschwester und Selbsthilfegruppen werden dabei unterstützt, für ihre Zielgruppen ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen. Da die Christen in Indien eine Minderheit sind, suchen sie auch in der Not den interreligiösen Kontakt. Ein Priester arbeitet mit einer hinduistischen Organisation zusammen, um Menschen in Not zu erreichen.

Für die nächsten Wochen wird bestenfalls mit einer sehr langsamen Entspannung der Lage gerechnet. Der Bedarf wird voraussichtlich beständig hoch bleiben und die Verteilung der v.a. mit Reis, Mehl, Hülsenfrüchten, Öl, Zucker, Salz, Masala- und Teepulver gefüllten Lebensmittelpakete, die pro Stück knapp 10 € kosten, muss in den Slums fortgesetzt werden. Wie sich die Ausbreitung der Krankheit auf die ländlichen Regionen auswirkt und ob auch dort erkrankte Menschen versorgt werden müssen, wird sich in den nächsten Wochen erst vollumfänglich abzeichnen.

Unterstützung

Eichstätts indisches Partnerbistum Poona verteilt Lebensmittel an Arme und Tagelöhner, die in der aktuellen Krise kein Einkommen mehr haben.


Mehr Information

© Text: Bistum Eichstätt

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