„Schule der Möglichkeiten“ hilft Jung und Alt in Ungarn

  • Ungarn - 08.05.2019

An sechs Standorten in Ungarn hilft die „Schule der Möglichkeiten“ Erwachsenen dabei, ihren Schulabschluss nachzuholen. Initiiert von den Jesuiten und unterstützt durch zahlreiche Ehrenamtliche lernen hier Menschen im Alter von 16 bis 64 Jahren.

Oft richten sich Bildungsprojekte konkret an junge Menschen und stoßen dabei an gewisse Grenzen, denn: Wenn Kinder mit schlecht gebildeten, in Armut lebenden Eltern aufwachsen, geraten sie in eine Art Teufelskreis. Denn wenn sie keine Unterstützung bekommen, schaffen sie selbst ebenfalls keinen Abschluss. Hier setzt die „Schule der Möglichkeiten“ an. Das Projekt wurde 2010 von den Jesuiten in Budapest gegründet. Barbara Csapó, die Koordinatorin des Programms, versteht ihre Arbeit darin, Knoten im sozialen Netz zu flechten: „Wir haben angestellte Lehrer, aber setzen auch auf Ehrenamtler wie Gabor, der zwei Mal die Woche hierherkommt.“

In den acht Jahren seit Bestehen haben die „Schulen der Möglichkeiten“ über 120 Menschen die Möglichkeit gegeben, an sechs Standorten im Land ihren Abschluss der achten Klasse nachzuholen. Das Alter reicht von 16 bis 64, jedoch ist die Mehrheit jung. Eine wichtige Motivationsquelle ist der Führerschein, den in Ungarn nur erhält, wer einen Schulabschluss hat. Mit der Unterstützung von Renovabis werden außerdem Lehrbücher mit einer Spezialisierung auf die Alphabetisierung von Erwachsenen entwickelt.

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„Lernen ist Leben“ – das ist das Motto der Renovabis-Pfingstaktion 2019 zur Bildungsarbeit in Osteuropa.


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Der Bedarf für das Unterrichtsangebot ist zweifelsohne vorhanden, weswegen es landesweit mittlerweile sechs Standorte der „Schule der Möglichkeiten“ gibt. Insbesondere Erwachsene, die der Minderheit der Roma angehören, profitieren davon und könne mithilfe der Schulbildung ihren Lebensstandard nachhaltig verbessern. Und der Erfolg ehemaliger Schülerinnen und Schüler macht anderen Mut.

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