Für ein besseres Leben im Frauengefängnis in Riga

  • Diaspora-Aktion

Im einzigen Frauengefängnis Lettlands leben zurzeit 240 Frauen, die älteste ist 73, die jüngste 15 Jahre. Sie sind inhaftiert wegen Totschlags, Betrugs, Drogendelikten und Beschaffungskriminalität wie Raub und Einbruch.

Zwei bis sieben Frauen teilen sich eine Zelle. Der Tagesablauf ist streng geregelt zwischen Arbeit, Lernen, Mahlzeiten einnehmen. Zweimal täglich ist Appell, manchmal dauert es bis zu anderthalb Stunden, bis die Anwesenheit aller Inhaftierten nachgewiesen ist; erst dann dürfen die Frauen sich wieder bewegen.

Bei aller Kargheit und Strenge gibt es doch viel Mutmachendes, betont Daina Strelēvica, katholische Seelsorgerin im Frauengefängnis. Sie ist auch Vorsitzende des Vereins „Frauen von Iļğuciema“, der unterschiedliche Angebote zur Rehabilitation und Resozialisierung organisiert. Das Geld hierfür kommt vom Bonifatiuswerk, vom Staat Lettland und von lettischen Bürgerbündnissen.

Den Frauen mit kreativen Beschäftigungen die Lebensqualität in der Haft verbessern.

Bonifatiuswerk

Die Gefängnisseelsorgerin erfährt immer wieder: „Ich bin für die Inhaftierten Freundin, Mutter und Lehrerin des Glaubens. Ich möchte beitragen, die Lebensqualität verurteilter Frauen zu verbessern, ihnen zu helfen, ihr Denken, ihr Verständnis und ihre Werteorientierung zu ändern, damit sie in ihrem derzeitigen Leben ein wenig glücklicher werden.“

„Ich lerne viel über mich selbst und merke, wie ich mein Leben nach der Entlassung gestalten will. Durch die vielen Angebote empfangen wir den Schwung, uns in die richtige Richtung zu entwickeln“, sagt eine Inhaftierte und meint damit neben den Gesprächen mit der Seelsorgerin auch die Tanz- und Kunsttherapie, den Unternehmerkurs, die Vorlesungen über psychologische Persönlichkeitsentwicklung und den täglichen Schulunterricht, der von der Alphabetisierung bis zur mittleren Reife und zu verschiedenen Berufsausbildungen führt.

Ziel aller Angebote sei es, die ihnen auferlegte Strafe besser nutzen zu können, um sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, erklärt Oberst Inna Zlatkovska, die Leiterin der Haftanstalt.

© Bonifatiuswerk

Dossier

Im November mach das Bonifatiuswerk mit der Diaspora-Aktion auf die Herausforderungen katholischer Christen aufmerksam, die als Minderheit in der Gesellschaft ihren Glauben leben.


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