Suche nach einem neuen Verständnis von Mission

  • Hintergrund

Kaum ein Thema hat die Amtszeit von Papst Franziskus so geprägt wie die Mission. Lange Zeit auch unter Christen ein Tabuthema, hat vor allem sein Lehrschreiben Evangelii Gaudium vielen Menschen einen neuen Zugang eröffnet und vielfältige missionarische Aufbrüche angestoßen.

Du bist Mission

Der Gedanke, nicht nur eine Mission zu haben, sondern eine Mission zu sein, ist so ungewöhnlich wie faszinierend. Papst Franziskus beschreibt Christsein als einen Zustand permanenter Mission: Wir sind auf dieser Welt, Licht zu bringen, zu segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen, zu befreien. Mission als eine Art Gegengift gegen die individualistische Traurigkeit und die Kälte verschlossener Türen. Diese Botschaft macht Mut.

Außerordentlicher Monat der Weltmission

Mit dem Außerordentlichen Monat der Weltmission lenkt Papst Franziskus jetzt die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt, der bei dem neuen Interesse an Mission bisweilen unterzugehen droht: die missio ad gentes, die Sendung zu den Völkern. „Getauft und gesandt: Die Kirche Christi missionarisch in der Welt“ lautet das Thema des Außerordentlichen Monats der Weltmission Oktober 2019.

Es ist kein einfaches Thema. Erfahrungen von Zwangsbekehrung und Unterdrückung in der Missionsgeschichte werfen bis heute ihre Schatten. Der Versuch, den eigenen Glauben als die bessere Alternative im Vergleich zu anderen Auffassungen zu präsentieren, ist verpönt. Wie also heute antworten auf die Aufforderung Jesu: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Mk 16,15)?

Dossier

„Getauft und gesandt: Die Kirche Christi missionarisch in der Welt“ lautet das Thema des Außerordentlichen Monats der Weltmission im Oktober 2019, der von Papst Franziskus ausgerufen wurde.


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Getauft und gesandt

Der Außerordentliche Monat der Weltmission ist eine Einladung, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Die Materialien und Impulse in diesem Dossier helfen, sich dem Thema auf unterschiedliche Weise zu nähern. 

Papst Franziskus drückt es so aus: „Was du entdeckt hast, was dir zu leben hilft und dir Hoffnung gibt, das sollst du den anderen mitteilen.“ Alle Menschen haben ein Recht auf die persönliche Begegnung mit Jesus Christus und die Botschaft, dass Gott den Menschen liebt. Dafür braucht es Frauen und Männer, die diese Botschaft durch ihren Einsatz für das Leben bezeugen.

Ein weltweites Netzwerk

An vielen Orten der Welt geschieht das durch praktizierte christliche Nächstenliebe und konkrete Aktionen der Zusammenarbeit und Solidarität unter den Kirchen. Diese Solidarität zu stärken, auch das ist Anliegen der Initiative von Papst Franziskus. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das weltweite Netzwerk der Päpstlichen Missionswerke, das in Deutschland durch Missio vertreten wird.

Jedes Jahr koordiniert dieses in 120 Ländern präsente Netzwerk den Sonntag der Weltmission. Das Geld der Kollekte vom Sonntag der Weltmission fließt in den Solidaritätsfonds der Weltkirche, der besonders der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien zugutekommt, wo die große Mehrzahl der ärmsten Länder der Welt liegt. Der Solidaritätsfonds ermöglicht es, die pastoralen und sozialen Projekte der Kirche in den Armutsregionen mitzufinanzieren und so zu einer ganzheitlichen Entwicklung beizutragen.

Dossier

Mission in Nordostindien: „Wir sind Botschafter an Christi statt“. Missio Aachen und Missio München blicken zum Monat der Weltmission auf diese besondere Region Indiens.


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Sonntag der Weltmission 2019

Mit Nordostindien stellen Missio Aachen und Missio München in diesem Jahr eine Region in den Mittelpunkt der Aktion zum Sonntag der Weltmission, in der sich die Kirche in besonderer Weise als missionarisch versteht. Christinnen und Christen teilen das Leben der verschiedenen Volksgruppen, lernen ihre Sprache und Kultur und geben durch ihre Arbeit Zeugnis von ihrem Glauben. Sie leben aus der Überzeugung, getauft und gesandt zu sein.

Diesem Text zum Außerordentlichen Monat der Weltmission sei deshalb ein Gebet des Bischofs der nordostindischen Diözese Itanagar, John Thomas Kattrukudiyil, vorangestellt:

Allmächtiger Vater, du hast deinen Sohn in die Welt gesandt, um uns zu lehren, bessere Menschen zu werden. Er lehrte uns jeden Menschen zu lieben und miteinander Freunden und Hoffnungen, Sorgen und Ängste zu teilen. Hilf uns, in dieser Welt voller Gleichgültigkeit und Zynismus nach seiner Lehre zu leben. Stärke unsere Entschlossenheit, seinen Weg zu leben und uns denen zuzuwenden, die nie von dir gehört haben. Mögen wir durch unser Leben bezeugen, dass es möglich ist, deinen Weg zu gehen. Mache uns zu Werkzeugen in deiner Hand, so dass wir fähig werden, das Gesetz der Liebe in die Herzen der Menschen zu schreiben.

© Missio Aachen