Der Diaspora-Sonntag und der Welttag der Armen

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Der Welttag der Armen soll das Thema Armut als „Herzensanliegen des Evangeliums“ stärker in den Blick rücken und zu einer Glaubenserneuerung in den Kirchengemeinden beitragen. Er wird jedes Jahr Mitte November am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres begangen. Papst Franziskus hat ihn zum Ende des „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“ 2016 eingeführt, weil er der Überzeugung ist, dass es „weder Gerechtigkeit noch sozialen Frieden geben kann, solange Arme vor den Türen der Christen liegen“.

Häufig fällt der Welttag der Armen auf den dritten Sonntag im November, an dem in Deutschland der Diaspora-Sonntag begangen wird. Diese beiden Gedenktage korrespondieren gut miteinander. Beide rücken das Anliegen derer ins Blickfeld, die der Solidarität und Unterstützung anderer bedürfen.

„Jeder Christ und jede Gemeinschaft ist berufen, Werkzeug Gottes für die Befreiung und die Förderung der Armen zu sein, so dass sie sich vollkommen in die Gesellschaft einfügen können; das setzt voraus, dass wir gefügig sind und aufmerksam, um den Schrei des Armen zu hören und ihm zu Hilfe zu kommen“, sagt Papst Franziskus (Evangelii gaudium 187).

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Im November mach das Bonifatiuswerk mit der Diaspora-Aktion auf die Herausforderungen katholischer Christen aufmerksam, die als Minderheit in der Gesellschaft ihren Glauben leben.


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In diesem Sinn unterstützt das Bonifatiuswerk zahlreiche Projekte und Initiativen für Menschen in sozialen Nöten. Zum Beispiel das Sozialprojekt „Alimaus“ in Hamburg-Altona. Es öffnet seine Türen für mittellose und bedürftige Menschen. Hier bekommen sie warmes Essen, Kleider, medizinische Betreuung und erleben Gemeinschaft. Tag für Tag warten rund 500 Menschen vor der Tür der „Alimaus“. Viele sind arbeits- und obdachlos. Die warme Mahlzeit am Mittag ist für viele das Einzige, das sie am Tag zu sich nehmen. Die „Alimaus“ ist für sie der einzige Ort, an dem sie Leib und Seele auftanken können; denn dort kümmert man sich nicht nur um die materielle Not, auch die seelische Not wird ernst genommen: ein gemeinsames Gebet, ein offenes Ohr, ein herzliches Lächeln. Die Bedürftigen erfahren: Hier bin ich nicht allein.

Eine Herberge für Mädchen in extremer Not ist das Haus „Casa Maria“ in Berlin-Moabit. Sie erhalten nach traumatischen Erlebnissen Heimat und neuen Lebensmut, wenn sie wegen des Todes der Eltern, Gewalterfahrungen oder sexuellen Missbrauchs nicht mehr in ihren Familien bleiben können.

Die beiden Höfe „Fazenda da Esperança“ bieten suchterkrankten Frauen und Männern ein Stück Heimat und Rehabilitation. Jugendliche und Erwachsene finden hier Unterstützung und Begleitung auf ihrem Weg aus Süchten.

Beispielhaft in ihrem Engagement für Arme ist die Ahnatal-Schule in Vellmar, die seit Jahren Geld für die „Fazenda da Esperança“ in Nauen sammelt. „Wenn’s mir gut geht, sollte ich auch anderen davon abgeben“, finden die Schüler. „Das sind Leute in unserem Alter, die da auf der Fazenda leben.“

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