Menschen für das Gute gewinnen

  • Mission

Sr. M. Lisette Seitzer wurde am 30. Juli 1950  in Waldstetten/Diözese Rottenburg-Stuttgart geboren. Im Mai 1970 trat sie in Südafrika in die Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern ein. Nach einer Lehrerinnenausbildung und zweijähriger Tätigkeit in diesem Beruf, anschließendem Universitätsstudium in Psycho-Pädagogik, Anthropologie und Theologie in französischer Sprache in der Schweiz, wurde sie ab 1984 in Burundi eingesetzt. Hier fand sie ihre Lebensaufgabe.

Schon als Jugendliche spürte Sr. M. Lisette eine starke Sehnsucht, in Afrika zu arbeiten. Dazu trugen wohl die Briefe ihrer Tante bei, die als Missionarin in Südafrika wirkte. Heute kann Sr. M. Lisette auf fast 50 Jahre Afrikaerfahrung zurückblicken. Derzeit trägt sie die Verantwortung für die burundische Delegatur der Gemeinschaft mit 40 Schwestern, 12 Novizinnen und 15 Kandidatinnen.

Bei der Ankunft in Mutumba wurde Sr. M. Lisette mit der Armut der Bevölkerung konfrontiert, erlebte aber auch den beeindruckenden Einsatz ihrer Mitschwestern in Hospital, Schule und Seelsorge. Ihr selbst wurde zunächst die Erziehung der einheimischen Schwestern anvertraut. Darüber hinaus baute sie Mädchen-, Frauen und Familiengruppen auf, die sich schnell in vielen Diözesen ausbreiteten.

Dossier

Zum Außerordentlichen Monat der Weltmission, den Papst Franziskus für Oktober 2019 ausgerufen hat, macht die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) „Mission“ zu ihrem Schwerpunktthema. Sie stellt wichtige „Missionsköpfe“ der Orden vor und geht der Frage nach, was Mission heute bedeutet.


Zum Dossier

Mit missionarischem Elan engagierte sie sich auch in anderen Projekten. So suchte sie in den benachbarten Bergen nach einer Quelle, um die Trinkwasserversorgung der Station sicherzustellen oder organisierte die Erneuerung der Turbinenanlage, die bis heute sowohl Schwesternstation und Gesundheitszentrum als auch Schulen, Handwerksbetriebe und 50 Familien mit Strom versorgt.

Schwester M. Lisette erlebte in Burundi lange Jahre politischer Unruhen. Wie viele andere Missionare wurde sie 1987 ausgewiesen, konnte jedoch dank des Regierungswechsels schon nach einem Jahr wieder zurückkehren. In den Jahren des Bürgerkrieges erlebte sie mehrere Angriffe auf die Missionsstation von Seiten der Rebellentruppen. Am 1. Mai 1997 musste eine Schweizer Mitschwester ihren Einsatz für eine schwangere Frau mit dem Leben bezahlen, als sie auf eine von Rebellen gelegte Mine fuhr, doch unerschrocken eröffneten die Schwestern gerade 1997 ein Friedens- und Begegnungszentrum in Bujumbura.

Auch heute ist die Situation in Burundi nicht einfach. Doch Schwester M. Lisette schaut mit großer Hoffnung in die Zukunft: „Ich erlebe hier eine lebendige, dynamische, engagierte Kirche.“ Ihre wichtigste Aufgabe sieht sie darin, die jungen Schwestern zu befähigen, die Arbeit der europäischen Missionarinnen weiterzuführen. Ihre Afrika-Sehnsucht hat sich konkretisiert: „Im Bündnis mit Maria Menschen für Gott und für das Gute zu gewinnen, ihnen den Weg zu zeigen, das scheint mir wichtig. Jede Sorge um die Kranken und Armen scheint mir ein Teil dieses Weges zu sein. Frohe und engagierte Erziehungsarbeit an der Jugend bereitet die Zukunft eines Landes vor.“

Von Schwester Mariana Hermann

© Deutsche Ordensobernkonferenz