Umfrage: Mehrheit unterstützt Atomwaffenverbot

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  • Abrüstung - 10.07.2020

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen unterstützt einer aktuellen Umfrage zufolge das Verbot von Atomwaffen. 92 Prozent würden die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags durch die Bundesregierung befürworten, wie eine am Dienstag von Greenpeace veröffentlichte Erhebung ergab. 

84 Prozent sprachen sich demnach dafür aus, die weltweit bestehenden Arsenale an Nuklearwaffen zu vernichten. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hatte im Auftrag der Umwelt- und Friedensorganisation 1.008 Menschen befragt.

Für einen kompletten Abzug der in Deutschland stationierten US-Atombomben sind laut Umfrage 83 Prozent. „75 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki hat die deutsche Bevölkerung eine klare Haltung gegen Atomwaffen auf deutschem Boden", sagte der Greenpeace-Abrüstungsexperte Christoph von Lieven. Es sei daher überfällig, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Zuletzt hatte SPD-Bundestagsfraktionschef Rolf Mützenich Anfang Mai mit der Forderung nach einem Abzug der US-Atomwaffen eine Debatte ausgelöst.

„Die Bedrohung durch Nuklearwaffen nimmt zu“

Auch Justitia et Pax-Bischof Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ forderte kürzlich neue Initiativen zur nuklearen Abrüstung. „Es ist klar: Die Bedrohung durch Nuklearwaffen nimmt zu. Eine Haltung des ‚Es ist noch immer gut gegangen‘ ist nicht auf der Höhe der Herausforderung“, erklärte der Hildesheimer Oberhirte Anfang Mai. Dabei ermahnte er auch die Bundesregierung, innerhalb der NATO einen Prozess anzustoßen, der ernsthaft nach Alternativen zur nuklearen Abschreckung sucht. „Das Konfliktvermeidungsverhalten innerhalb der NATO kommt in der Atomwaffenfrage an seine gefährlichen Grenzen“, warnte Bischof Dr. Wilmer.

Der Atomwaffenverbotsvertrag war vor drei Jahren, am 7. Juli 2017, von 122 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossen worden. Die Atommächte sowie zahlreiche Nato-Staaten – darunter Deutschland –  waren nicht dabei. Das Abkommen verpflichtet teilnehmende Staaten, keine Atomwaffen zu entwickeln, zu erproben, zu erzeugen, herzustellen, zu erwerben, zu besitzen oder zu lagern.

Positionspapier „Die Ächtung der Atomwaffen als Beginn nuklearer Abrüstung“

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax hat 2019 das Positionspapier „Die Ächtung der Atomwaffen als Beginn nuklearer Abrüstung“ veröffentlicht, in dem sie die ethische Notwendigkeit der nuklearen Abrüstung unterstreicht.

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Umfrage Atomwaffen und Atomwaffensperrvertrag

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© Text: KNA/Justitia et Pax

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