Menschenrechtler warnen vor Christenverfolgung in Westafrika

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  • Bedrängte Christen - 14.06.2019

Menschenrechtler warnen vor einer Vertreibung der christlichen Minderheit aus dem Niger. Die Gefahren für Christen in Westafrika würden zusehens größer, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag in Göttingen mit.

Die Terrorgruppe Boko Haram habe angekündigt, alle Christen, die sich an diesem Freitag noch in der Region Diffa befänden, zu töten. „Die Drohungen sind sehr ernst zu nehmen“, betonte GfbV-Direktor Ulrich Delius. Am 2. Juni hätten Sicherheitskräfte einen Selbstmordanschlag auf eine Kirche in Diffa vereitelt.

Deutsche Bischofskonferenz - 14.06.2019

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick (69), hat einen viertägigen Solidaritätsbesuch im Tschad absolviert. Im Interview berichtet er über die schwierige Lage in dem Sahelstaat.


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Mittels einer ehemaligen Geisel habe Boko Haram ein Ultimatum von wenigen Tagen gestellt, hieß es. Die Terrorgruppe wolle mit der Drohung weltweit ihren wachsenden Einfluss in der Region unterstreichen und den Staat Niger destabilisieren. „Für Christen in Niger ist das eine existenzielle Bedrohung“, so Delius. Gleiches gelte für die christlichen Minderheiten im benachbarten Burkina Faso, in Mali, Niger, Tschad und Nigeria.

In diesem Jahr brauchen nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 2,3 Millionen Menschen im Niger humanitäre Hilfe. Dafür seien etwa 340 Millionen Euro nötig. Rund 15 Prozent davon stünden Hilfsorganisationen bereits zur Verfügung.

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