Versuchungen der Jünger Jesu heute

  • 2. Fastenwoche

Die Versuchungen Jesu: Begierde, Erfolg und Macht sind Versuchungen jedes Menschen und auch der Kirche. Je nach kulturellem Kontext und persönlicher Lebenslage können sie verschiedene Gestalt annehmen. Papst Franziskus lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Versuchungen, die gerade denen, die sich der Arbeit für das Reich Gottes geweiht haben, heute begegnen: „spirituelle Weltlichkeit“, „hoffnungslose Traurigkeit“, „Managerfunktionalismus“.

  • Das Problem ist nicht immer das Übermaß an Aktivität, sondern es sind vor allem die schlecht gelebten Aktivitäten, ohne die entsprechenden Beweggründe, ohne eine Spiritualität, die die Tätigkeit prägt und wünschenswert macht. Daher kommt es, dass die Pflichten übermäßig ermüdend sind und manchmal krank machen. Es handelt sich nicht um eine friedvoll-heitere Anstrengung, sondern um eine angespannte, drückende, unbefriedigende und letztlich nicht akzeptierte Mühe …(82) Die Medienkultur und manche intellektuelle Kreise vermitteln gelegentlich ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber der Botschaft der Kirche und eine gewisse Ernüchterung. Daraufhin entwickeln viele in der Seelsorge Tätige, obwohl sie beten, eine Art Minderwertigkeitskomplex, der sie dazu führt, ihre christliche Identität und ihre Überzeugungen zu relativieren oder zu verbergen … Schließlich ersticken sie die Missionsfreude in einer Art Besessenheit, so zu sein wie alle anderen und das zu haben, was alle anderen besitzen. (Evangelii Gaudium 79)
  • Dieser praktische Relativismus besteht darin, so zu handeln, als gäbe es Gott nicht, so zu entscheiden, als gäbe es die Armen nicht, so zu träumen, als gäbe es die anderen nicht, so zu arbeiten, als gäbe es die nicht, die die Verkündigung noch nicht empfangen haben (80)… Das heutige Verlangen, unmittelbare Ergebnisse zu erzielen, bewirkt, dass die in der Seelsorge Tätigen das Empfinden irgendeines Widerspruchs, ein schein-bares Scheitern, eine Kritik, ein Kreuz nicht leicht ertragen. (82)
  • Die spirituelle Weltlichkeit, die sich hinter dem Anschein der Religiosität und sogar der Liebe zur Kirche verbirgt, besteht darin, anstatt die Ehre des Herrn die menschliche Ehre und das persönliche Wohlergehen zu suchen… Sie nimmt viele Formen an, je nach dem Naturell des Menschen und der Lage, in die sie eindringt… (93) Bei einigen ist eine ostentative Pflege der Liturgie, der Lehre und des Ansehens der Kirche festzustellen, doch ohne dass ihnen die wirkliche Einsenkung des Evangeliums in das Gottesvolk und die konkreten Erfordernisse der Geschichte Sorgen bereiten… Bei anderen verbirgt sich dieselbe spirituelle Weltlichkeit hinter dem Reiz, gesellschaftliche oder politische Errungenschaften vorweisen zu können …. Oder sie entfaltet sich in einem Manager-Funktionalismus, der mit Statistiken, Planungen und Bewertungen überladen ist und wo der hauptsächliche Nutznießer nicht das Volk Gottes ist, sondern eher die Kirche als Organisation. (95)

Fragen

  • In welchem Text finde ich mich und meine persönlichen Versuchungen wieder?
  • Was ist für meine christliche Identität unverzichtbar, was ist eher relativ und weniger wichtig?

Weitere Inhalte

Mit der „Freude des Evangeliums“ durch die Fastenzeit

Alle Fastenimpulse auf einen Blick finden Sie hier:

zur Übersicht

Mit freundlichem Dank für die Bereitstellung an das Netzwerk Afrika Deutschland .

© Netzwerk Afrika Deutschland e. V.