Prophetische Radikalität leben

  • 4. Fastenwoche

Durch die Taufe sind alle Christen beauftragt und befähigt, am prophetischen Amt Jesu teilzuhaben. Papst Franziskus sieht Ordensleute durch ihr Versprechen an den Herrn in besonderer Weise berufen, prophetisch zu leben und zu handeln. Für ihn entspringt prophetisches Handeln aus der Nähe zu den Armen und Ausgegrenzten und erweist sich im aktiven Einsatz für ihre Belange.

  • Die Kirche ist Salz der Erde, ist Licht der Welt, sie ist berufen, in der Gesellschaft den Sauerteig des Gottesreiches zu vergegenwärtigen....Ich erwarte, dass ihr „die Welt aufweckt“, denn das Merkmal, das das geweihte Leben kennzeichnet, ist die Prophetie. Die evangeliumsgemäße Radikalität gehört nicht nur den Ordensleuten, sie wird von allen verlangt. Aber die Ordensleute folgen dem Herrn auf besondere Art, auf prophetische Weise. Das ist die Priorität, die jetzt verlangt wird: Propheten sein, die Zeugnis geben, wie Jesus auf dieser Erde gelebt hat.… Nie darf ein Ordensangehöriger der Prophetie entsagen.
  • Der Prophet empfängt von Gott die Fähigkeit, die Geschichte, in der er lebt, zu beobachten und die Ereignisse zu deuten: Er ist wie ein Wächter, der in der Nacht wacht und weiß, wann der Morgen kommt (vgl. Jes 21,11-12). Er kennt Gott, und er kennt die Menschen, seine Brüder und Schwestern. Er ist fähig, zu unterscheiden und das Übel der Sünde und die Ungerechtigkeiten öffentlich anzuklagen, weil er frei ist, weil er sich keinem anderen Herrn verantworten muss außer Gott, keine anderen Interessen hat als die Gottes. Der Prophet steht gewöhnlich auf der Seite der Armen und Wehrlosen, weil er weiß, dass Gott selbst auf ihrer Seite steht.
  • Ich erwarte von euch konkrete Taten der Aufnahme von Flüchtlingen, der Nähe zu den Armen und der Kreativität in der Katechese, in der Verkündigung des Evangeliums, in der Einführung in das Gebetsleben. Ich erhoffe eine Verschlankung der Strukturen, die Wiederverwendung der großen Häuser für Werke, die den gegenwärtigen Erfordernissen der Evangelisierung und der Nächstenliebe mehr entsprechen, und die Anpassung der Werke an die neuen Bedürfnisse.
  • Ich erwarte nicht, dass ihr „Utopien“ am Leben erhaltet, sondern dass ihr „andere Orte“ zu schaffen versteht, wo die Logik des Evangeliums gelebt wird, die Logik der Hingabe, der Brüderlichkeit, der Annahme der Verschiedenheit, der gegenseitigen Liebe.
  • Wie bei Elija und Jona kann mitunter die Versuchung kommen, zu fliehen, sich der Aufgabe eines Propheten zu entziehen, weil sie zu viel verlangt, weil man müde ist, enttäuscht von den Ergebnissen. Doch der Prophet weiß, dass er nie allein ist. Wie dem Jeremia versichert Gott auch uns: „Fürchte dich nicht … denn ich bin mit dir, um dich zu retten“. (Jer 1,8).

Quellen: Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus zum Jahr des geweihten Lebens , Kongregation für Institute des geweihten Lebens

Fragen

  • Wo und wie kann ich in meinen Lebensumständen Zeugnis für die Radikalität des Evangeliums geben?
  • Wie viel Kontakt habe ich/haben wir mit den Armen, mit benachteiligten Gruppen, mit Flüchtlingen usw. in unserer Umgebung?

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