Nein zu einer Wirtschaft, die tötet!

  • 4. Fastenwoche

Als Erzbischof von Buenos Aires hat Kardinal Bergoglio die verheerenden sozialen Konsequenzen der Finanzkrise in Argentinien am Anfang des Jahrtausends hautnah erlebt. Die gleiche zerstörerische Dynamik sieht er in den „sakralisierten Mechanismen des herrschenden Wirtschaftssystems“ am Werk und fordert in prophetischen Worten alle auf, „Nein“ zu sagen zu einer Vergötterung des Geldes, das regiert statt zu dienen, „Nein“ zu einer Wirtschaft, die Menschen von einem menschenwürdigen Leben ausschließt und wie Müll behandelt, „Nein“ zu einer sozialen Ungleichheit, die immer mehr Gewalt hervorbringt.

  • Wir müssen heute ein „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen“ sagen. Diese Wirtschaft tötet… Wir haben die „Wegwerfkultur“ eingeführt, die sogar gefördert wird. Es geht nicht mehr einfach um das Phänomen der Ausbeutung und der Unterdrückung, sondern um etwas Neues: Mit der Ausschließung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn durch sie befindet man sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draußen. Die Ausgeschlossenen sind nicht „Ausgebeutete“, sondern Müll, „Abfall“. (Evangelii Gaudium 53)
  • Die Anbetung des antiken goldenen Kalbs (vgl. Ex 32,1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel… (55) Die Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen. In diesem System, das dazu neigt, alles aufzusaugen, um den Nutzen zu steigern, ist alles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenüber den Interessen des vergöttlichten Marktes, die zur absoluten Regel werden… Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt. (56)
  • Die Solidarität ist eine spontane Reaktion dessen, der die soziale Funktion des Eigentums und die universale Bestimmung der Güter als Wirklichkeiten erkennt, die älter sind als der Privatbesitz. Der private Besitz von Gütern rechtfertigt sich dadurch, dass man sie so hütet und mehrt, dass sie dem Gemeinwohl besser dienen; deshalb muss die Solidarität als die Entscheidung gelebt werden, dem Armen das zurückzugeben, was ihm zusteht. Wenn diese Einsichten und eine solidarische Gewohnheit uns in Fleisch und Blut übergehen, öffnen sie den Weg für weitere strukturelle Umwandlungen und machen sie möglich. (189)
  • „Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen.“ (Johannes Chrysostomos) (57)

Fragen

  • Inwieweit habe ich mich in meinem Lebensstil von der „Wegwerfkultur“ beeinflussen lassen?
  • Wie kann ich mit meinem Konsumverhalten menschengerechte, nachhaltige Wirtschaftsformen unterstützen?

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Mit freundlichem Dank für die Bereitstellung an das Netzwerk Afrika Deutschland .

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