Meine erste und einzige Liebe

  • 2. Fastenwoche

Am Beginn jeder Ordensberufung steht eine tiefe Sehnsucht nach Gott und eine Anziehung und Faszination für die Person Jesu und seine befreiende, frohe Botschaft. Wie der Geist Gottes uns berührt und ruft, ist individuell sehr verschieden. Die Last des Alltags, die Macht der Gewohnheit, Misserfolge und Enttäuschungen können das Feuer der Liebe zu Asche werden lassen. Papst Franziskus lädt uns ein, den Eifer zur Zeit der „ersten Liebe“ wieder neu zu beleben.

  • Das Ideal (der Gründerinnen und Gründer) war Christus, sich ganz und gar ihm zu verbinden bis zu dem Punkt, mit Paulus sagen zu können: „Für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn“ (Phil 1,21); die Gelübde hatten nur den Sinn, diese ihre leidenschaftliche Liebe zu verwirklichen. Sich von Christus erobern zu lassen, bedeutet sich immer nach dem auszustrecken, was vor mir liegt, nach dem Ziel Christi.“ (vgl. Phil 3,14) … Ich lade jeden Christen ein …, noch heute seine persönliche Begegnung mit Christus zu erneuern oder zumindest den Entschluss zu fassen, sich von ihm finden zu lassen, ihn jeden Tag ohne Unterlass zu suchen“.
  • Die Freude entspringt aus der Gnade einer Begegnung… Und die Freude der Begegnung mit Ihm und seinem Ruf führt uns dazu, uns nicht zu verschließen, sondern uns zu öffnen; sie führt uns zum Dienst in der Kirche… Wo Ordensleute sind, da ist Freude. Wir sind gerufen, zu erfahren und zu zeigen, dass Gott fähig ist, unser Herz zu erfüllen und uns glücklich zu machen, ohne dass wir anderswo unsere Glückseligkeit zu suchen brauchen.
  • Ist Jesus wirklich die erste und einzige Liebe – müssen wir uns weiter fragen –, wie wir es uns vorgenommen haben, als wir unsere Gelübde ablegten? Nur wenn er das ist, dürfen und müssen wir in der Wahrheit und in der Barmherzigkeit jeden Menschen lieben, der uns auf unserem Weg begegnet, denn wir haben dann von ihm gelernt, was Liebe ist und wie man liebt: Wir werden zu lieben verstehen, weil wir sein eigenes Herz haben.
  • Schau in die Tiefe deines Herzens, schau in dein Inneres und frage dich: Hast du ein Herz, das etwas Großes ersehnt, oder ein Herz, das von den Dingen betäubt ist? Hat dein Herz die Unruhe der Suche bewahrt oder hat es sich von den Dingen so einlullen lassen, bis es schließlich eingeschlafen ist? Gott wartet auf dich, sucht dich. Was antwortest du? Bist du dir des Zustands deiner Seele bewusst geworden oder schläfst du? (12)
  • Es gibt… die Versuchung, Gott in der Vergangenheit zu suchen oder in den Zukunftsmöglichkeiten. Gott ist sicher in der Vergangenheit, denn man findet ihn in den Abdrücken, die er hinterlassen hat. Er ist auch in der Zukunft, als Versprechen. Aber der ,konkrete Gott‘ ist heute.

Quellen: Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus zum Jahr des geweihten Lebens , Kongregation für Institute des geweihten Lebens

Fragen

  • In einer stillen Stunde rufe die Momente Deines Lebens in Erinnerung, wo Gott Dich in besonderer Weise angerührt hat?
  • Was in meinem Leben hat meinen Enthusiasmus und meinen Eifer gedämpft? Wie kann ich in meiner Situation meiner Liebe Ausdruck geben?

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