Experten des gemeinschaft- lichen Lebens werden

  • 3. Fastenwoche

Exzessiver Individualismus, Selbstverständnis als eine Art „Ich-AG“, eine „Single“-Kultur charakterisiert große Teile unserer Gesellschaft. Die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten sind faszinierend aber letztlich unbefriedigend. So wächst die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Geborgenheit, nach persönlicher Begegnung. Antworten unsere Gemeinschaften dieser Sehnsucht?

  • Gründer und Gründerinnen waren fasziniert von der Einheit der Zwölf, die Jesus umgaben, von der Communio, welche die Urgemeinde von Jerusalem auszeichnete. Als sie ihre eigene Gemeinschaft ins Leben riefen, wollte jeder und jede von ihnen jene Modelle des Evangeliums nachbilden: ein Herz und eine Seele zu sein und sich der Gegenwart des Herrn zu erfreuen.
  • Die Gegenwart mit Leidenschaft zu leben bedeutet, „Experten des gemeinschaftlichen Lebens“ zu werden, „Zeugen und Baumeister im Sinne jenes göttlichen Planes für Gemeinschaft …, der die Geschichte der Menschen krönen soll“. In einer Gesellschaft der Auseinandersetzung, des schwierigen Zusammenlebens zwischen verschiedenen Kulturen, der Übergriffe auf die Schwächsten und der Ungleichheiten sind wir berufen, ein konkretes Vorbild von Gemeinschaft zu bieten, in der es möglich ist, durch die Anerkennung der Würde jedes Menschen und der Gemeinsamkeit der Gabe, die jeder mitbringt, in geschwisterlichen Beziehungen zu leben.
  • Das gemeinschaftliche Miteinander wird zunächst innerhalb der jeweiligen Hausgemeinschaften des Instituts praktiziert. Es geht darum, nach gegenseitiger Annahme und Aufmerksamkeit zu streben, die Gemeinschaft der materiellen und geistlichen Güter, die correctio fraterna, den Respekt gegenüber den Schwächsten zu praktizieren. …Kritiksucht, Tratsch, Neid, Eifersucht, Antagonismen sind Haltungen, die in euren Häusern nichts verloren haben.
  • Ihr (jungen Menschen) seid die Zukunft eurer Gemeinschaften. In diesem Jahr werdet ihr die Protagonisten im Dialog der Generationen sein… In geschwisterlichem Miteinander könnt ihr euch an ihrer Erfahrung und Weisheit bereichern... und ihr den Schwung und die Frische eurer Begeisterung schenken…Die Zukunft baut man miteinander.
  • Wir müssen uns auch nach der Beziehung zwischen den Menschen unterschiedlicher Kulturen fragen, in Anbetracht der Tatsache, dass unsere Gemeinschaften immer internationaler werden. Wie kann man es möglich machen, dass jeder sich äußert, mit seinen besonderen Gaben angenommen wird, voll und ganz Mitverantwortung erhält?
  • Lebt die Mystik der Begegnung: die Fähigkeit zu hören, anderen Menschen zuzuhören. Die Fähigkeit, gemeinsam den Weg, die Methode… zu suchen. Und lasst euch dabei erleuchten von der Beziehung der Liebe zwischen den drei göttlichen Personen (vgl. 1 Joh 4,8), als Vorbild für alle zwischenmenschlichen Beziehungen.

Quellen: Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus zum Jahr des geweihten Lebens , Kongregation für Institute des geweihten Lebens

Fragen

  • Wie gut bin ich in der Kunst des Zuhörens – in der Gemeinschaft und in den alltäglichen Begegnungen?
  • Besucher spüren sehr schnell ob dort gegenseitiges Wohlwollen oder gereizte Spannung herrscht? Was verspüren sie in unserer Gemeinschaft?

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