Eine „verbeulte“ Kirche im Aufbruch

  • 5. Fastenwoche

Wir sind gewohnt an ein Bild von Kirche als Mutter, als heilig, als „perfekte Gesellschaft“ und Hüterin ewiger Wahrheiten. Missbrauch- und Finanzskandale haben dieses idealistische Bild angekratzt. Wir sind eine „verbeulte“ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist. Ihre Quelle aber, Jesus Christus, ist „immer jung“, ist „ständige Quelle von Neuem“ und lässt seine Gläubigen immer neu sein. Papst Franziskus lädt uns ein „aus der Frische des Evangeliums“ unsere „langweiligen Schablonen“ zu durchbrechen und eine Kirche im Aufbruch zu werden.

  • Eine Kirche „im Aufbruch“ ist eine Kirche mit offenen Türen. Zu den anderen hinauszugehen, um an die menschlichen Randgebiete zu gelangen, bedeutet nicht, richtungs- und sinnlos auf die Welt zuzulaufen. Oftmals ist es besser, den Schritt zu verlangsamen, die Ängstlichkeit abzulegen, um dem anderen in die Augen zu sehen und zuzuhören, oder auf die Dringlichkeiten zu verzichten, um den zu begleiten, der am Straßenrand geblieben ist. (Evangelii Gaudium 46)
  • Mir ist eine „verbeulte“ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist. Ich will keine Kirche, die darum besorgt ist, der Mittelpunkt zu sein, und schließlich in einer Anhäufung von fixen Ideen und Streitigkeiten verstrickt ist. Wenn uns etwas in heilige Sorge versetzen und unser Gewissen beunruhigen soll, dann ist es die Tatsache, dass so viele unserer Brüder und Schwestern ohne die Kraft, das Licht und den Trost der Freundschaft mit Jesus Christus leben, ohne eine Glaubensgemeinschaft, die sie aufnimmt, ohne einen Horizont von Sinn und Leben. (49)
  • Ich wünsche mir eine arme Kirche für die Armen. Sie haben uns vieles zu lehren… Es ist nötig, dass wir alle uns von ihnen evangelisieren lassen. (198)
  • Die Kirche ist keine Zollstation, sie ist das Vaterhaus, wo Platz ist für jeden mit seinem mühevollen Leben. Die Eucharistie ist, obwohl sie die Fülle des sakramentalen Lebens darstellt, nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen (51)
  • Christus… ist immer jung und eine ständige Quelle von Neuem… Er lässt seine Gläubigen immer neu sein, wie alt sie auch sein mögen… Jesus Christus kann auch die langweiligen Schablonen durchbrechen, in denen wir uns anmaßen, ihn gefangen zu halten, und überrascht uns mit seiner beständigen göttlichen Kreativität. Jedes Mal, wenn wir versuchen, zur Quelle zurückzukehren und die ursprüngliche Frische des Evangeliums wiederzugewinnen, tauchen neue Wege, kreative Methoden, andere Ausdrucksformen, aussagekräftigere Zeichen und Worte reich an neuer Bedeutung für die Welt von heute auf. In der Tat, jedes echte missionarische Handeln ist immer „neu“… (11)
  • Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen. (32) Lassen wir uns die missionarische Kraft nicht nehmen! (109)

Fragen

  • Welchen „langweiligen Schablonen“ könnte der Geist Jesus in mir zu neuer Kreativität verhelfen?
  • Wo wäre eine „Dezentralisierung“ von Verantwortung in unseren Gemeinschaften und Institutionen sinnvoll und fruchtbringend?

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Mit freundlichem Dank für die Bereitstellung an das Netzwerk Afrika Deutschland .

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