Die unsichtbare Fruchtbarkeit des Kreuzes

  • 6. Fastenwoche

Kirchen werden leerer, Ordensgemeinschaften sind überaltert und ohne Nachwuchs, Skandale erschüttern das Vertrauen in die Kirche, die säkulare Welt verdrängt Religion aus dem öffentlichen Raum, der Wohlstand erstickt die Sehnsucht und das Suchen nach Gott. Als Christen durchqueren wir innerlich und äußerlich eine spirituelle Wüste. Erfolglosigkeit und Scheitern können die in Seelsorge und Evangelisierung Engagierten mutlos machen. Papst Franziskus erinnert uns, dass das Kreuz Quelle lebendigen Wassers ist, dass keine Tat der Liebe, keine großherzige Mühe verloren ist und wir gerade in der Wüste die Freude entdecken können, die im Glauben liegt.

  • Der christliche Sieg ist immer ein Kreuz, doch ein Kreuz, das zugleich ein Siegesbanner ist, das man mit einer kämpferischen Sanftmut gegen die Angriffe des Bösen trägt. ( Evangelii Gaudium 89)
  • Diese Fruchtbarkeit ist oft nicht sichtbar, nicht greifbar und kann nicht gemessen werden. Man weiß wohl, dass das eigene Leben Frucht bringen wird, beansprucht aber nicht zu wissen wie, wo oder wann. Man hat die Sicherheit, dass keine der Arbeiten, die man mit Liebe verrichtet hat, verloren geht, dass keine der ehrlichen Sorgen um den Nächsten, keine Tat der Liebe zu Gott, keine großherzige Mühe, keine leidvolle Geduld verloren ist. All das kreist um die Welt als eine lebendige Kraft. Manchmal kommt es uns vor, als habe unsere Arbeit kein Ergebnis gebracht, aber die Mission ist weder ein Geschäft noch ein unternehmerisches Projekt, sie ist keine humanitäre Organisation, keine Veranstaltung, um zu zählen, wie viele dank unserer Propaganda daran teilgenommen haben; es ist etwas viel Tieferes, das sich jeder Messung entzieht. Vielleicht verwendet der Herr unsere Hingabe, um Segen zu spenden an einem anderen Ort der Welt, wo wir niemals hinkommen werden. (279)
  • An einigen Orten hat eine geistliche „Wüstenbildung“ stattgefunden; sie ist das Ergebnis des Planes von Gesellschaften, die sich ohne Gott aufbauen wollen oder die ihre christlichen Wurzeln zerstören… In anderen Ländern zwingt der gewaltsame Widerstand gegen das Christentum die Christen, ihren Glauben gleichsam verborgen zu leben… Das ist eine andere, sehr schmerzliche Form von Wüste. Auch die eigene Familie oder der eigene Arbeitsplatz können diese trockene Umgebung sein, in der man den Glauben bewahren und versuchen muss, ihn auszustrahlen. »Doch gerade von der Erfahrung der Wüste her, von dieser Leere her können wir erneut die Freude entdecken, die im Glauben liegt, seine lebensnotwendige Bedeutung für uns Menschen. In der Wüste entdeckt man wieder den Wert dessen, was zum Leben wesentlich ist. Und in der Wüste braucht man vor allem glaubende Menschen, die mit ihrem eigenen Leben den Weg zum Land der Verheißung weisen und so die Hoffnung wach halte. (86)
  • Wir sind berufen, wie große Amphoren zu sein, um den anderen zu trinken zu geben. Manchmal verwandelt sich das Amphoren-Dasein in ein schweres Kreuz, doch gerade am Kreuz hat der Herr, durchbohrt von der Lanze, sich uns als Quelle lebendigen Wassers übereignet. Lassen wir uns die Hoffnung nicht nehmen! (86)

Fragen

  • Welche Erfahrungen innerer Leere und äußerer Wüste mache ich in meinem Leben?
  • Wo finde ich in meinen Wüsten „Quellen lebendigen Wassers“, „die Fruchtbarkeit, die nicht sichtbar und messbar ist“, „die Freude, die im Glauben liegt“?

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Mit freundlichem Dank für die Bereitstellung an das Netzwerk Afrika Deutschland .

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