Den Schrei der Armen hören und antworten

  • 3. Fastenwoche

Ich wünsche mir eine arme Kirche für die Armen“. Die Option für die Armen war ein zentrales Anliegen der Kirche in Lateinamerika. Oft genug jedoch standen Bischöfe und Priester eher den privilegierten und herrschenden Eliten nahe. Den Armen und Ausgestoßenen nahe zu sein, war ein Herzensanliegen Jesu. Für Papst Franziskus ist es auch das Markenzeichen der Mission der Kirche und aller, die Jesus nachfolgen. Die Texte aus Evangelii Gaudium können uns anregen, darüber nachzudenken, welch überflüssiger Luxus uns von den Armen fernhält und welche Armen und Schwachen unsere Zuwendung brauchen.

  • Der Aufruf, auf den Schrei der Armen zu hören, nimmt in uns menschliche Gestalt an, wenn uns das Leiden anderer zutiefst erschüttert. (193) … Manchmal geht es darum, den Schrei ganzer Völker, der ärmsten Völker der Erde zu hören, denn der Friede gründet sich nicht nur auf die Achtung der Menschenrechte, sondern auch auf die Achtung der Rechte der Völker. (Evangelii Gaudium 190)
  • Diesem Schrei gegenüber taub zu bleiben, wenn wir doch die Werkzeuge Gottes sind, um den Armen zu hören, entfernt uns dem Willen des himmlischen Vaters und seinem Plan …, der Mangel an Solidarität gegenüber seinen Nöten beeinflusst unmittelbar unsere Beziehung zu Gott. (187)
  • Jeder Christ und jede Gemeinschaft ist berufen, Werkzeug Gottes für die Befreiung und die Förderung der Armen zu sein, so dass sie sich vollkommen in die Gesellschaft einfügen können; das setzt voraus, dass wir gefügig sind und aufmerksam, um den Schrei des Armen zu hören und ihm zu Hilfe zu kommen. (187)
  • Was der Heilige Geist in Gang setzt, ist nicht ein übertriebener Aktivismus, sondern vor allem eine aufmerksame Zuwendung zum anderen, indem man ihn „als eines Wesens mit sich selbst betrachtet“. Diese liebevolle Zuwendung ist der Anfang einer wahren Sorge um seine Person, und von dieser Basis aus bemühe ich mich dann wirklich um sein Wohl … Der Arme wird, wenn er geliebt wird, „hochgeschätzt“, und das unterscheidet die authentische Option für die Armen von jeder Ideologie. (199) Die schlimmste Diskriminierung, unter der die Armen leiden, ist der Mangel an geistlicher Zuwendung. (200)
  • Es ist unerlässlich, neuen Formen von Armut und Hinfälligkeit – den Obdachlosen, den Drogenabhängigen, den Flüchtlingen, den indigenen Bevölkerungen, den immer mehr vereinsamten und verlassenen alten Menschen usw. – unsere Aufmerksamkeit zu widmen. Wir sind berufen, in ihnen den leidenden Christus zu erkennen und ihm nahe zu sein … (210)
  • Die Aufforderung Jesu an seine Jünger: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ ... beinhaltet sowohl die Mitarbeit, um die strukturellen Ursachen der Armut zu beheben und die ganzheitliche Entwicklung der Armen zu fördern, als auch die einfachsten und täglichen Gesten der Solidarität angesichts des ganz konkreten Elends, dem wir begegnen. (188)

Fragen

  • Wer sind die Armen und Schwachen im meinem Umkreis die meine Zuwendung brauchen?
  • Wie nutze ich meine Möglichkeiten, die „strukturellen Ursachen der Armut zu beheben“? Durch mein Wahlrecht, durch mein Konsumverhalten, durch meine Unterstützung für Initiativen und Kampagnen?

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Mit freundlichem Dank für die Bereitstellung an das Netzwerk Afrika Deutschland .

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