Das Morgen Gottes erwarten

  • 7. Fastenwoche

Viele negative Entwicklungen in der Welt und in der Kirche könnten uns pessimistisch und mutlos machen. Aber gerade in Krisenzeiten erstrahlt die christliche Hoffnung, die mehr ist als naiver Optimismus. Nur Ordensleute und Gemeinschaften, die Hoffnung und Freude ausstrahlen, sind für junge Menschen anziehend. „Können wir das Morgen Gottes erwarten?“, fragt uns der Papst.

  • Die Hoffnung, von der wir sprechen, gründet sich nicht auf die Zahlen oder auf die Werke, sondern auf denjenigen, auf den wir unsere Hoffnung gesetzt haben (vgl. 2 Tim 1,12) und für den „nichts unmöglich“ ist (Lk 1,37). Das ist die Hoffnung, die nicht enttäuscht und die dem geweihten Leben erlauben wird, in der Zukunft weiter eine bedeutende Geschichte zu schreiben. Auf die Zukunft müssen wir unseren Blick richten, in dem Bewusstsein, dass der Geist uns auf sie zutreibt, um weiterhin Großes mit uns zu vollbringen.
  • Das Nachlassen der Berufungen und die Überalterung, vor allem in der westlichen Welt, die finanziellen Probleme infolge der schweren weltweiten Finanzkrise, die Herausforderungen der Internationalität und der Globalisierung, die verborgene Gefahr des Relativismus, die gesellschaftliche Ausgrenzung und Irrelevanz… Gerade in diesen Unsicherheiten, die wir mit vielen unserer Zeitgenossen teilen, verwirklicht sich unsere Hoffnung, eine Frucht des Glaubens an den Herrn der Geschichte, der uns immer neu zuspricht: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir“ (Jer 1,8).
  • Wie alle anderen Menschen erleben wir Schwierigkeiten, dunkle Nächte des Geistes, Enttäuschungen, Krankheiten, das altersbedingte Schwinden der Kräfte. Genau darin sollten wir unsere „vollkommene Freude“ finden: lernen, das Antlitz Christi zu erkennen, der uns in allem ähnlich geworden ist, und so die Freude zu verspüren, uns ihm ähnlich zu wissen, der aus Liebe zu uns es nicht zurückgewiesen hat, das Kreuz zu erleiden.
  • Zu Füßen des Kreuzes steht Maria, die Schmerzensmutter, die zugleich in der wachen Erwartung eines Geheimnisses ist, das sich zu erfüllen beginnt und größer ist als der Schmerz. Alles scheint wirklich zu Ende zu sein, jegliche Hoffnung ausgelöscht. Auch sie hätte in diesem Moment in Erinnerung an die Verheißungen bei der Verkündigung sagen können: Sie haben sich nicht bewahrheitet, ich bin getäuscht worden. Aber sie hat es nicht gesagt. Trotzdem ist sie selig, weil sie geglaubt hat. Aus diesem ihrem Glauben heraus sieht sie eine neue Zukunft erblühen und erwartet voll Hoffnung das Morgen Gottes. Manchmal frage ich mich: Können wir das Morgen Gottes erwarten? Oder wollen wir es heute? Das Morgen Gottes ist für sie die Dämmerung des Ostermorgens, jenes ersten Tages der Woche. Die einzige Lampe, die am Grabe Jesu angezündet war, war die Hoffnung seiner Mutter, die in jenem Moment die Hoffnung der ganzen Menschheit verkörperte. Ich frage mich und euch: Brennt in den Klöstern diese Lampe noch? Erwartet man in den Klöstern das Morgen Gottes?

Quellen: Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus zum Jahr des geweihten Lebens , Kongregation für Institute des geweihten Lebens

Fragen

  • Was überwiegt in meinem Herzen: Traurigkeit oder freudige Hoffnung?
  • Was spüren junge Menschen, die unserer Gemeinschaft begegnen?

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