Aus sich selbst herausgehen

  • 1. Fastenwoche

Mit seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium – „Die Freude des Evangeliums“ ruft Papst Franziskus die Kirche aus Selbstbezogenheit zu neuer missionarischer Dynamik auf. In seiner kraftvollen, bildreichen Sprache fordert er die ganze Kirche und jeden von uns heraus, unsere Beziehung zu Jesus und seinem Wort zu erneuern, aus unserer ‚individualistischen Traurigkeit‘ und Bequemlichkeit auszubrechen und uns für die Not der Armen und Schwachen zu öffnen.

Evangelii Gaudium spricht mit großer Offenheit Vieles an, was in unserer Welt, in der Kirche und im eigenen Herzen im Argen liegt. Papst Franziskus, geprägt von der Spiritualität des Hl. Ignatius, will uns aus der „Desolation“, der inneren Trockenheit und Traurigkeit zur „Konsolation“, zu Trost und Herzensfreude führen. Einige Texte sollen in den Wochen der Fastenzeit zum Nachdenken und zum Gespräch anregen.

  • Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude. Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Unsere unendliche Traurigkeit kann nur durch eine unendliche Liebe geheilt werden. (Evangelii Gaudium 1)
  • Das Leben wird reicher, wenn man es hingibt; es verkümmert, wenn man sich isoliert und es sich bequem macht. In der Tat, die größte Freude am Leben erfahren jene, die sich nicht um jeden Preis absichern, sondern sich vielmehr leidenschaftlich dazu gesandt wissen, anderen Leben zu geben… Das Leben wird reicher und reifer, je mehr man es hingibt, um anderen Leben zu geben. Darin besteht letztlich die Mission. (10)
  • „Die große Gefahr der Welt von heute mit ihrem vielfältigen und erdrückenden Konsumangebot ist eine individualistische Traurigkeit, die aus einem bequemen, begehrlichen Herzen hervorgeht, aus der krankhaften Suche nach oberflächlichen Vergnügungen, aus einer abgeschotteten Geisteshaltung. Wenn das innere Leben sich in den eigenen Interessen verschließt, gibt es keinen Raum mehr für die anderen, finden die Armen keinen Einlass mehr, hört man nicht mehr die Stimme Gottes, genießt man nicht mehr die innige Freude über seine Liebe, regt sich nicht die Begeisterung, das Gute zu tun… Viele erliegen ihr und werden zu gereizten, unzufriedenen, empfindungslosen Menschen. (2)
  • Wenn wir nicht den Wunsch verspüren, die Liebe (Jesu) mitzuteilen, müssen wir im Gebet verweilen und ihn bitten, dass er uns wieder eine innere Ergriffenheit empfinden lässt, … dass er unser kaltes Herz aufbreche und unser laues und oberflächliches Leben aufrüttle. (264)

Fragen

  • Welche Grundhaltungen bestimmen mein Leben? Freude über die Liebe Gottes? Begeisterung, Gutes zu tun? Dankbarkeit für die täglichen Gaben? Oder Traurigkeit, Einsamkeit, Leere?
  • Lebe ich meinen Alltag bewusst oder lasse ich mich vom Alltag leben?

Weitere Inhalte

Mit der „Freude des Evangeliums“ durch die Fastenzeit

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Mit freundlichem Dank für die Bereitstellung an das Netzwerk Afrika Deutschland .

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