Auf die neuen Bedürfnisse der Evangelisierung antworten

  • 5. Fastenwoche

Ein zentrales Anliegen von Papst Franziskus ist es, dass die Kirche, und besonders Ordensleute, nicht mit sich selbst beschäftigt sind, sondern hinausgehen zu den Armen und Ausgegrenzten der Gesellschaft. Je älter man wird, desto größer ist die Gefahr, mit den eigenen Leiden und Problemen beschäftigt zu sein. Umso wichtiger ist es, wach zu bleiben für die Welt um uns, neue Wege der Evangelisierung zu wagen und in Gebet und Aktion auf das Reich Gottes ausgerichtet zu sein.

  • Ich erwarte von euch, worum ich alle Glieder der Kirche bitte: aus sich herauszugehen, um zu den existenziellen Peripherien zu gehen. „Geht hinaus in die ganze Welt“, war das letzte Wort, das Jesus an die Seinen richtete und das er heute immer noch an uns alle richtet (vgl. Mk 16,15). Da ist eine ganze Menschheit, die wartet: Menschen, die jede Hoffnung verloren haben; Familien in Not; sich selbst überlassene Kinder; Jugendliche, denen jede Zukunft versperrt ist; Kranke und verlassene Alte; Reiche, die satt sind an Gütern und im Herzen eine Leere haben, Männer und Frauen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, dürstend nach dem Göttlichen…. Verliert nie den Impuls, auf den Straßen der Welt unterwegs zu sein, das Bewusstsein, dass Unterwegssein – auch mit unsicherem Schritt oder auf lahmenden Beinen – stets besser ist als Stillstand, verschlossen in den eigenen Fragen oder in den eigenen Sicherheiten.
  • Ihr seid ein Sauerteig, der gutes Brot für alle hervorbringen kann, jenes Brot, nach dem der Hunger groß ist: das Anhören der Nöte, der Wünsche, der Enttäuschungen, der Hoffnung… Wie jene, die euch in eurer Berufung vorausgegangen sind, könnt ihr den jungen Menschen wieder Hoffnung schenken, den alten Menschen helfen, Wege zur Zukunft öffnen, an jedem Ort und in jeder Situation die Liebe verbreiten.
  • Ihr seid gleichsam Antennen, die bereit sind, aufkeimende Neuheiten zu erfassen, die vom Heiligen Geist erweckt werden, und ihr könnt der kirchlichen Gemeinschaft helfen, diesen guten Blick anzunehmen und neue und mutige Wege zu finden, um alle zu erreichen.
  • Die missionarische Leidenschaft, die Freude der Begegnung mit Christus, die euch drängt, mit den anderen die Schönheit des Glaubens zu teilen, lässt die Gefahr, im Individualismus steckenzubleiben, in die Ferne rücken.
  • Apostoliche Wirksamkeit (des geweihten Lebens) hängt nicht von der Effizienz und der Kraft seiner Mittel ab. Euer Leben ist es, das sprechen muss – ein Leben, das die Freude und die Schönheit, das Evangelium zu leben und Christus nachzufolgen, zum Ausdruck bringt.
  • Ein echter Glaube bringt immer eine tiefe Sehnsucht mit sich, die Welt zu verändern. Hier lautet die Frage, die wir uns stellen müssen: Haben wir den Schwung zu großen Visionen? Sind wir auch wagemutig? Haben wir hochfliegende Träume? Verzehrt uns der Eifer?

Quellen: Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus zum Jahr des geweihten Lebens , Kongregation für Institute des geweihten Lebens

Fragen

  • Wo sehen wir die „gegenwärtigen Erfordernisse der Evangelisierung“? Welche Möglichkeiten haben wir, darauf zu antworten?
  • Inwieweit fließen die Nöte der Welt und der Menschen um uns in unser persönliches und gemeinschaftliches Gebet ein?

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