Im Glauben verbunden

  • Spiritualität

Spiritualität als Ausdruck einer geistlichen Lebensform bezeichnet eine konkrete Gestalt, in der die individuelle Existenz auf Gott bezogen ist und aus dieser Beziehung heraus ihr Leben im Alltag gestaltet. Weltkirchliche Spiritualität bezeichnet damit zunächst die große Vielfalt solcher Gestalten individuellen und gemeinschaftlichen Glaubensvollzugs, die der Vielfalt der Kulturen und Lebenskontexte entspricht.

Diese Vielfalt hat etwas Faszinierendes und Inspirierendes. Ein Austausch über die Grenzen der Kulturen hinweg kann der gegenseitigen Bereicherung dienen und wertvolle Impulse für die Belebung der jeweils eigenen Spiritualität geben.

Weltweite Gebetsgemeinschaft

Weltkirchliche Spiritualität zeichnet sich zugleich durch das Bewusstsein aus, dass wir trotz aller Unterschiede in die weltweite Gemeinschaft aller Gläubigen eingebunden sind. So wird Weltkirche als Gebetsgemeinschaft auch dann spürbar, wenn Menschen sich nicht persönlich begegnen. Denn diese Gemeinschaft wird schon dann deutlich, wenn wir uns bewusst machen, dass mehr als zwei Milliarden Menschen auf der ganzen Welt den gleichen Glauben an den dreieinen Gott mit uns teilen und zu ihm beten.

Mehr als zwei Milliarden Menschen auf der ganzen Welt teilen mit uns den gleichen Glauben an den dreieinen Gott und beten zu ihm. Melters/Missio

Dabei gibt es sowohl unterschiedliche Arten zu beten, als auch Gebete, die überall auf der Welt gebetet werden. Natürlich ist hier an erster Stelle das Vater Unser zu nennen, das Gläubige auf aller Welt in ihrer je eigenen Sprache beten. Weiterhin ist die gemeinsame Liturgie der Kirche ein prägendes Merkmal der weltkirchlichen Gebetsgemeinschaft, die sich in der Eucharistiefeier oder im Stundengebet ausdrückt. Das Bewusstsein, dass zu jedem Zeitpunkt Menschen irgendwo auf der Welt diese Liturgie feiern, wirkt wie ein unsichtbares Band und stärkt die Verbundenheit in der Weltkirche und untereinander.

Darüber hinaus gibt es natürlich eine Vielzahl von Gebetstexten, Impulsen und Liedern, die an den verschiedensten Orten der Welt den Glauben an Gott zum Ausdruck bringen. Diese sind in der je eigenen Sprache formuliert und es kommen viele unterschiedliche Traditionen, Bräuche und Kontexte aber auch individuelle Erfahrungen und Lebensgeschichten zum Ausdruck.

„Das Bewusstsein, dass zu jedem Zeitpunkt Menschen irgendwo auf der Welt diese Liturgie feiern, wirkt wie ein unsichtbares Band und stärkt die Verbundenheit in der Weltkirche und untereinander.“

Anregungen für die Praxis

In der weltkirchlichen Gebetsgemeinschaft besteht die Chance, Gebete, Texte und Impulse aus anderen Teilen der Weltkirche aufzugreifen. Dadurch können wir uns in Deutschland von Gläubigen aus anderen Erdteilen inspirieren lassen und die Anliegen diese Mitchristen gemeinsam mit ihnen vor Gott tragen. Auf diesem Wege können wir selbst auch unseren eigenen Horizont als Betende weiten. Folgende Beispiele können als Anregung dienen:

  • Fürbitten im sonntäglichen Gottesdienst mit Gebetsanliegen aus anderen Ländern oder Gebetsanliegen von Gemeindemitgliedern, die (vorübergehend) im Ausland leben;
  • besonders gestaltete weltkirchliche Gottesdienste, zum Beispiel für die besonderen Aktionszeiten der Hilfswerke oder zum kirchlichen Weltfriedenstag am 1. Januar;
  • Impulse zu Beginn von Gremien- und Gruppentreffen mit einem weltkirchlichen Gebet oder Text;
  • Begegnung mit Christen aus anderen Erdteilen, um von ihrem spirituellen Reichtum zu lernen.

Stand: September 2012

© Prälat Dr. Klaus Krämer, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und Missio in Aachen

Ökumenisches Friedensgebet 2014

Gott,

alles hast du geschaffen und

erhältst es wunderbar am Leben.

Von der ganzen Menschheit und

Schöpfung wirst du gepriesen.

Barmherziger Vater,

gewähre all denen Befreiung,

die in Pakistan, aber auch

in so vielen anderen Ländern

dieser Erde,

ihren Lebensunterhalt durch

Zwangsarbeit bestreiten müssen.

Zeige den Unterdrückten

dein liebevolles Antlitz

und den Ausbeutern

deine Bereitschaft,

ohne Bedingungen zu verzeihen.

Segne Pakistan ebenso

wie unser Heimatland

mit Wohlergehen

und Fruchtbarkeit,

damit alle genug

zum Überleben haben.

Gott des Friedens,

gewähre all denen Frieden,

die unter politischem Terrorismus

und religiöser Gewalt leiden,

die wegen ihres Glaubens

und ihrer Überzeugung

verfolgt werden.

Jesus, Erlöser der Menschheit,

du bist als unser Bruder mit uns

auf dem Weg zur Freiheit.

Führe uns bei unserem Einsatz

für die Menschenrechte,

für Gerechtigkeit

und für die Befreiung der Armen,

Unterdrückten, Benachteiligten

und Ausgebeuteten.

Heiliger Geist,

du göttliche Weisheit,

begeistere und erleuchte

unsere Jugend,

stärke Frauen wie Männer,

und verwandle uns alle.

Lass Eintracht herrschen

zwischen Menschen

unterschiedlicher Kulturen,

Religionen und Nationen.

Heiliger, dreieiniger Gott,

beschenke all jene

mit der Fülle des Lebens,

die ihre ganze Existenz,

ihre Begabungen

und persönlichen Möglichkeiten

einsetzen für die Entwicklung

und das Wohlergehen

der Menschheit.

Der Name Gottes

sei allezeit gepriesen

durch Jesus Christus,

den Herrn unserer Geschichte

und der Ewigkeit.

Amen.

Ökumenisches Friedensgebet 2014