Zwischen Tanz, Gesang und leckerem Essen

  • Reisetagebuch - 02.03.2014

Teranga“ – Wer sich einmal mit dem Senegal beschäftigt, kommt an diesem Wort wohl kaum vorbei. Auch ich habe schon oft davon gehört – im Reiseführer und von Leuten, die schon mal dort waren. Die meisten übersetzen „Teranga“ – das übrigens aus der im Senegal nach Französisch meist gesprochenen Sprache Wolof kommt – mit „Gastfreundschaft“. Oft wird aber auch geschrieben, dass man „Teranga“ wohl am besten mit einem ganzen Satz umschreiben könne: „Es ist egal, wo du geboren bist, Teranga gibt dir immer ein Zuhause“.

Einen kleinen Eindruck davon, was das bedeutet, durften wir heute an unserem zweiten Tag in Thiès erleben. Nach einem gemeinsamen großen Gottesdienst in der Kathedrale haben wir den ganzen Tag zu dritt oder viert in Gastfamilien verbracht. Obwohl wir alle ganz unterschiedliche Erlebnisse hatten, kann ich wohl für alle sprechen, wenn ich sage, dass wir alle von der großen Gastfreundschaft und der Selbstverständlichkeit, mit der wir für einen Tag am Familienleben teilhaben durften, beeindruckt sind. Merci beaucoup!

Von Ann-Kathrin Thönnes

Unterwegs auf dem Pferdewagen

Schon die Hinfahrt zu unserer Gastfamilie war ein Erlebnis. Auf einem Pferdewagen fuhren wir dorthin. Dort angekommen wurden wir herzlich in der Gastfamilie empfangen und gleich zu Beginn zu selbstgemachten gebrannten Erdnüssen und Getränken eingeladen.

Mit dem Pferdewagen, einem typischen senegalesischen Transportmittel, ging es zur Gastfamilie. BDKJ Bamberg

Das Haus unserer Gastschwester Larissa war rappelvoll. Fast alle ihre Geschwister sowie Cousins und Freunde waren da. So konnte man hautnah miterleben, wie sich das Leben in einer senegalesischen Familie gestaltet. Ruhig war es jedenfalls nie. So lernten wir immer wieder neue Familienmitglieder kennen und führten viele Gespräche, wenn auch manchmal mit Händen und Füßen.

Zum Mittagessen gab es auch bei uns ein traditionelles senegalesisches Festessen – Yassa. Das Highlight unseres Nachmittages bestand eindeutig aus einer ganz besonderen Situation: Die ganze Familie hat gesungen und getanzt! Vom kleinsten Mitglied der Familie bis zum ältesten. Auch wir wurden dazu eingeladen, mitzumachen. Anfangs waren wir zwar sehr schüchtern, aber nachdem die Begeisterung zum Tanzen auf uns überschwappte, waren wir voll mit dabei. So endete der Nachmittag in unserer senegalesischen Gastfamilie mit senegalesischen und deutschen Liedern und Tänzen, von denen wir sicher einige mit nach Deutschland bringen werden.

Von Miri Blum und Miri Groh

Ca va? Nanga def? Salamalekum? – Wie geht es dir?

So wurde ich heute ganz oft in meiner Gastfamilie begrüßt. Wir waren bei Elisabeth, einer 25-jährigen Senegalesin. Zusammen mit ihr sind wir mit dem Taxi zu ihrem Haus und ihrer Familie gefahren. Als wir zum Tor herein kamen, war da mitten im Hof ein riesen Mangobaum, welcher bereits Früchte trug. Daneben stand ihre Tante, die uns freudestrahlend begrüßte. Anna („unsere“ Freiwillige, die ein Jahr im Senegal gelebt hat) hat sich mit ihr auf Wolof unterhalten und es uns übersetzt (Zum Glück hatten wir sie dabei). Nachdem wir die Tante kennengelernt hatten, kamen Elisabeths zwei jüngere Cousinen dran. Die drei waren bereits schon fleißig am Schneiden und Kochen in der Küche. Wir wurden dann in das Wohnzimmer gebeten, wo der Onkel auf uns wartete. Er ist Abbé (Priester) und kann sehr gut deutsch sprechen. Er erzählte uns, dass er erst 2013 für sechs Monate in Wilhelmstal bei Kronach war und dass er deshalb auch Detlef, Larissa und die Burg Feuerstein kennt. Wir unterhielten uns viel mit ihm, während die Frauen in der Küche kochten –wobei wir ihnen leider nicht helfen durften.

Bianca mit ihrer neuen Perlensträhne. BDKJ Bamberg

Nach langem Warten und vielen Gesprächsthemen später kam auch endlich das Essen und es gab YASSA (das senegalesische Nationalgericht mit Zwiebelsoße und Hähnchen) mit marokkanischem Couscous. Das war so unglaublich lecker!!! Wir saßen auf dem Boden und aßen alle aus einer großen Platte, richtig senegalesisch! Als wir aufgegessen hatten bot uns Elisabeth leckeren Guavensaft an. Den gibt es bei uns in Deutschland selten zu kaufen. Zum Nachtisch gab es Cantaloup Melone – da hätte ich mich rein legen können, so gut hat sie geschmeckt!

Nachdem wir alle satt waren, wurde das Essen abgeräumt und alles sauber gemacht. Nun waren die Cousinen an der Reihe. Sie hatten am Vortag auf der „Kermes“ ein Haarset gewonnen, in dem ganz viele Perlen und Spangen waren. Puh, jetzt mussten die Deutschen als Versuchskaninchen herhalten. Wir setzten uns auf eine Matratze, es wurde uns eine Haarsträhne geflochten und schicke Perlen hinein gesteckt.

Dann waren wir noch hübscher als vorher ;) und bedankten uns bei der Familie mit kleinen Geschenken, worüber sie sich sehr freuten!

Von Bianca Köhler

Im Friseursalon

Ein paar Hühner, ein blökendes Schaf, eine kleine Unterwasserschildkröte, knallbunte Kleidungsstücke auf schiefen Wäscheleinen, einige lachende junge Frauen und zwischendrin Baby Mohammed: Das farbenfrohe Bild des Innenhofes der senegalesischen Familie, die ich heute besuchen durfte.

Während der Vater gebannt ein Fußballspiel auf dem Fernseher verfolgte und die Mutter in der Küche beschäftigt war, führte uns Efi durch das Haus, das voll war von verschiedensten Familienmitgliedern und Freunden. Freunden, die kamen und gingen, wie sie wollten, sich am Essen bedienten oder sich ins Ehebett der Eltern legten. Die Gastfreundschaft war nicht zu übersehen und kam auch durch das köstliche Yassa, verschiedenste Getränke, stolzes Vorzeigen von Bildern und eine zwar nicht reibungslose und meist Raum für Interpretation lassende, dafür aber umso herzlichere Kommunikation zum Ausdruck.

Den krönenden Abschluss bildete allerdings der Besuch im Friseursalon von Efis Schwester einige staubig-trockene Straßen weiter, wo ich ganz spontan eine original senegalesische Frisur verpasst bekam! Die Kopfhaut spannt noch ein bisschen und von den drei Stunden Flechtarbeit werde ich morgen mit Sicherheit einen steifen Hals haben, aber gelohnt hat sich die Aktion auf alle Fälle!

Von Fiona Rupprecht

© BDKJ Bamberg

Reisetagebuch

Alle Fotos und Erfahrungsberichte der TeilnehmerInnen im Überblick finden Sie auf www.infranken.de und bei uns:

zum Reisetagebuch

Bistumspartnerschaft Bamberg und Thiès

Mehr über die Bistumspartnerschaft zwischen Bamberg und Thiès und den Jugendaustausch erfahren Sie auf den Webseiten des Erzbistums Bamberg und des BDKJ Diözesanverbandes Bamberg .

Weitere Inhalte

DVD über das senegalesische Partnerbistum

Das Erzbistum Bamberg hat einen knapp 41-minütigen Dokumentarfilm über die Besonderheiten der jungen, wachsenden Kirche im Senegal gedreht.

Die DVD kann zum Preis von 5,00 Euro bestellt werden über das

Erzbistum Bamberg

Referat Weltkirche
Heinrichsdamm 32
96047 Bamberg
E-Mail:

Die DVD ist zudem ausleihbar über die Medienzentrale des Erzbistums Bamberg.

www.erzbistum-bamberg.de