Wallfahrten und Rosenkränze

  • Reisetagebuch - 09.03.2014

Am Samstagabend sind wir gegen 21 Uhr noch einmal aufgebrochen, um nach Mont Rolland (ca. 20 Minuten von Thiès entfernt) zu fahren, um dort an der einmal im Jahr stattfindenden Wallfahrt teilzunehmen. Wir waren alle vom Tag in Touba noch sehr geschafft und müde, doch das half nichts.

Wir kamen an der Kirche an. Von dort aus durften wir einen „Berg“ (eigentlich eher ein Hügel) hinauf laufen. Endlich oben angekommen, ein wenig aus der Puste wegen der vielen Stufen, setzten wir uns auf Steinbänke. Kurz nachdem wir wieder zu Atem gekommen waren, bekamen wir von Larissa (unserer ehemaligen Freiwilligen auf dem Feuerstein) Plastikbecher. Alle freuten sich darauf, dass es etwas zu trinken gab, aber leider hatten wir da falsch gedacht. Die Becher waren für die Kerzen als Windschutz gedacht.

Bischof Andrè Guèye leitete am zweiten Tag der Wallfahrt den Gottesdienst. Ann-Kathrin Thönnes

Nach kurzem Warten trat eine mir bekannte Stimme ans Mikrofon. Es war Bischof André Guèye, den ich bereits vom vergangenen Jahr kannte, als er noch als Abbé das „Maison“ (das Priesterhaus, in dem wir zurzeit schlafen) leitete. Er hieß alle senegalesischen Jugendlichen und auch uns willkommen. Wir freuten uns sehr darüber, als er uns auf Deutsch begrüßte. Wir sangen zwei Marienlieder, hörten eine Lesung und dann ging es los. Mit Kerzen ausgestattet setzte sich die circa 100-köpfige Wallfahrtsgruppe in Bewegung. An verschiedenen Stationen blieben wir stehen, beteten je 20 Mal „Gegrüßet seist du Maria“ und zogen dann weiter. Nach drei Stunden Marienlieder, Lesungen und Laufen fuhr ein Teil unserer Gruppe gegen Mitternacht wieder zurück nach Thiès. Neun Personen blieben in Mont Rolland, um dort im Haus eines senegalesischen Freundes zu schlafen.

Wallfahren in der prallen Sonne

Am Sonntagmorgen gab es um 8 Uhr Frühstück und um 8.30 Uhr sollte der Bus nach Mont Rolland fahren. Das war nicht zu schaffen und da wir die senegalesische Gemütlichkeit bereits angenommen haben, fuhr der Bus erst gegen 8.50 Uhr los.

In Mont Rolland angekommen gab es erst einmal Probleme mit der Gendarmerie (Polizei), da unser Busfahrer dahin fahren wollte, wo sie das nicht wollten. Wir drehten also wieder um und holten erst einmal unsere „Auswärtsübernachter“ ab. Da sah einer müder aus als der andere – und ich habe mich gefreut, so gut in meinem Bett geschlafen zu haben.

Froh, sich nach über vier Stunden Gottesdienst und Prozession im Schatten ausruhen zu können. Ann-Kathrin Thönnes

Ab ging es auf den „Berg“ vom Vorabend und erst mal wieder Rosenkranz beten. Nach 40 Minuten kamen endlich ganz viele Priester, unter ihnen auch Abbé Pierre und unser Jugendpfarrer Detlef Pötzl. Ganz zum Schluss kam auch Bischof André. Der Gottesdienst war auf Französisch und Wolof, was der Großteil von uns leider nicht verstand. Doch der Gottesdienst läuft hier genauso ab wie in Deutschland auch – nur viel länger. Als wir nach 2,5 Stunden endlich zu den Dankesreden kamen, bedankte sich Abbé Pierre bei uns und bat uns, noch ein Lied zu singen. Wir sangen „Wo beginnt der Weg zu dir“ und bekamen dafür großen Applaus. Nach drei Stunden dachten wir, endlich fertig zu sein – das war schließlich ganz schön lange und dann auch noch in der prallen Sonne. Aber nein – wir wallfahrten jetzt wieder zur Kirche zurück, was noch einmal eine Stunde dauerte. Danach waren wir endgültig fix und fertig.

Wir ruhten uns 30 Minuten im Schatten aus, um wieder Kraft zu tanken. Dann ging es zum Mittagessen mit dem Bischof, was für uns alle eine Riesenehre war, da er uns auch wieder persönlich begrüßte. Nach dem leckeren Mittagessen – es gab Yassa – fuhren wir wieder zurück zum „Maison“.

Von Bianca Köhler

© BDKJ Bamberg

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Bistumspartnerschaft Bamberg und Thiès

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DVD über das senegalesische Partnerbistum

Das Erzbistum Bamberg hat einen knapp 41-minütigen Dokumentarfilm über die Besonderheiten der jungen, wachsenden Kirche im Senegal gedreht.

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