Auf Entdeckungstour in Mboro

  • Reisetagebuch - 03.03.2014

Mboro, ein Fischerdorf an der Atlantikküste – ungefähr 40 Kilometer von Thiès entfernt – war heute unser Tagesziel. Ausgerüstet mit Wasserflaschen, Badesachen, Sonnencreme und was noch alles so in unsere Rücksäcke gepasst hat, ging es nach dem Frühstück los. Die erste Überraschung: die senegalesischen Jugendlichen, die uns begleitet haben, waren pünktlicher am Bus. Auf der 45-minütigen Busfahrt hatten wir eine Menge Spaß. Wir sangen viele senegalesische, aber auch deutsche Lieder. Das hat allen Jugendlichen (und auch den weniger Jugendlichen) gut gefallen.

Begleitet wurden wir von Jugendpfarrer Abbé Moise, der in Mboro aufgewachsen ist. Stolz hat er uns die Pfarrei Notre Dame und deren Einrichtungen gezeigt: zuerst die Kirche und gleich danach den Kindergarten und die Grundschule. Wir besuchten die Schüler beim Unterricht, die sich sehr über unser schlechtes Französisch amüsierten. Im Senegal gibt es übrigens keine Schulpflicht. Oft können pro Familie nur ein oder zwei Kinder in die Schule gehen, da private (oft katholische) Schulen Geld kosten. Die staatlichen Schulen sind zwar kostenfrei, dafür fällt der Unterricht aber sehr oft aus und die Lehrer sind teilweise nicht wirklich gut ausgebildet. Die katholischen Schulen sind deshalb – auch bei muslimischen Familien – sehr begehrt.

Im Kindergarten in Mboro. Ann-Kathrin Thönnes

In der Krankenstation

Sie sangen uns noch ein Abschiedslied und wir gingen weiter in eine Krankenstation, die von den Ordensschwestern der Pfarrei betrieben wird. Nur drei Krankenschwestern versorgen dort am Tag bis zu 200 Patienten! Sie zeigten uns die Anmeldestation, bei der man seine Daten abgeben muss, das Behandlungszimmer und das Labor. Das war alles sehr interessant. Als wir schon wieder auf dem Weg nach draußen waren, saß auf einer Wartebank eine Mutter mit ihrem circa drei Monate altem Baby, welches meine Aufmerksamkeit sofort auf sich zog. Es war sooo süß und sofort fragte mich (Bianca) die Mutter, ob ich es mal halten will – natürlich sagte ich da nicht „Nein“. Der Junge war auf meinem Arm und lachte mich an. Hach war das toll!

Weiter ging es auf Felder in und um Mboro. Die Gegend gehört dank eines relativ hohen Grundwasserspiegels zu den fruchtbarsten Regionen des Senegals. Jeder, der es sich leisten kann, hat ein Stückchen Land, um Gemüse für sich selbst und zum Verkaufen anzubauen. Die Pfarrei Notre Dame hat ein eigenes Feld, das arbeitslose Jugendliche bewirtschaften, um so ein bisschen Geld verdienen zu können. Auf größeren Feldern, die wir auch besuchen konnten, werden vor allem Zwiebeln, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Tomaten, Paprika, alle möglichen Obstbäume (zum Beispiel leckere Mangos, die angeblich viel, viel größer als bei uns werden … leider ist momentan keine Mangozeit), Cashewbäume (ja, die Cashewnüsse kommen tatsächlich von einem Baum und nicht aus der Tüte!) und Palmen angebaut.

Erdnüsse und Palmwein

Das größte Problem ist die Wasserversorgung, die dank Brunnen und eines ausgeklügelten Systems aus Rohren zur Tröpfchenbewässerung zumindest in Mboro allerdings ganz gut funktioniert. Die Landwirtschaft spielt im Senegal übrigens eine sehr große Rolle: Rund 70 Prozent der Bevölkerung sind darin tätig. Der Ertrag deckt jedoch selbst in guten Erntejahren nicht einmal die Hälfte des Bedarfs an Grundnahrungsmitteln im Land.

Der Senegal ist vor allem für den Anbau von Erdnüssen bekannt, die an jeder Ecke auf der Straße frisch geröstet werden und nicht nur unglaublich lecker riechen, sondern auch viel besser als bei uns schmecken, und zum größten Teil exportiert werden. Ein weiteres Produkt, das unserer Meinung nach in Zukunft unbedingt nach Bamberg und Umgebung exportiert werden sollte, ist Palmwein, den wir heute natürlich auch probieren durften – direkt vom Baum „gezapft“. Um den Palmwein zu gewinnen, klettern die Arbeiter am Stamm der Palme bis nach ganz oben – allein das ist absolut sehenswert. Einige aus unserer Gruppe haben versucht, das nachzumachen, sind allerdings nur gut einen Meter gekommen. Unterhalb der Palmblätter angekommen werden Löcher in den Stamm gehauen, aus denen dann der Wein fließt. Der Geschmack erinnert ein kleines bisschen an Federweißer – nur weniger süß.

Mittagessen im Garten der Pfarrei Notre Dame. Ann-Kathrin Thönnes

Abkühlung am Strand

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Marktes in Mboro, auf dem das Gemüse, das Obst, Fleisch, Fisch und alle möglichen anderen Sachen verkauft werden. Danach ging es zurück in die Pfarrei, dort gab es wieder leckeres Yassa, das die Frauen der Gemeinde unter freiem Himmel im Garten für uns kochten. Das war diesmal allerdings so viel dass wir alle fast platzten. ;) Kugelrund und vollgefuttert halfen wir beim Aufräumen und stiegen wieder in den Bus. Juhuu – nun ging es zum Strand.

Auf dem Weg dorthin gab es an jeder Ecke leckeren gekochten und gebratenen Fisch zu kaufen. Am Strand angekommen warfen wir unsere Rücksäcke in den Sand, zogen uns blitzschnell unsere Badeklamotten an und sprangen ins Meer. Aber dabei wäre uns fast das Herz stehen geblieben, denn der Atlantik hat im Augenblick gerade einmal 20 Grad! Im ersten Moment war das sehr kalt, aber wie sagt man so schön: „Nur die Harten kommen in den Garten“. Von den Wellen ließen wir uns treiben, spielten Fußball und tanzten mit unseren senegalesischen Begleitern und machten einen langen Spaziergang mit einem super Fotoshooting, bevor es dann mit dem Bus wieder „heim“ nach Thiès ging.

Von Bianca Köhler und Ann-Kathrin Thönnes

© BDKJ Bamberg

Reisetagebuch

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Bistumspartnerschaft Bamberg und Thiès

Mehr über die Bistumspartnerschaft zwischen Bamberg und Thiès und den Jugendaustausch erfahren Sie auf den Webseiten des Erzbistums Bamberg und des BDKJ Diözesanverbandes Bamberg .

Weitere Inhalte

DVD über das senegalesische Partnerbistum

Das Erzbistum Bamberg hat einen knapp 41-minütigen Dokumentarfilm über die Besonderheiten der jungen, wachsenden Kirche im Senegal gedreht.

Die DVD kann zum Preis von 5,00 Euro bestellt werden über das

Erzbistum Bamberg

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Heinrichsdamm 32
96047 Bamberg
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Die DVD ist zudem ausleihbar über die Medienzentrale des Erzbistums Bamberg.

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